Christi Himmelfahrt (VII. Sonntag der Osterzeit)
Lesejahr B

Apostelgeschichte 1,1-11
Antwortpsalm 47,2-3.6-9
Epheser 4,1-13
Markus 16,15-20

Überlegungen
Die Himmelfahrt Christi wird in drei sich ergänzenden Aspekten vorgestellt: 1°. Als eine glorreiche Offenbarung Gottes (1. Lesung): die Wolke der göttlichen Erscheinungen, Männer in weißen Kleidern, viermalige Erwähnung des Himmels in nur zwei Versen, die Ankündi-gung der zukünftigen Rückkehr... (Verse 9-11); 2°. Als Abschluss einer schwierigen aber gelungenen Mission (2. Lesung): Jesus fährt in den Himmel auf, verteilt Geschenke unter den Menschen und beherrscht das All (Verse 8.10); 3°. Als Aussendung der Apostel, um eine große Mission in der Welt zu erfüllen (Evangelium).

Die letzten Ereignisse im Leben Jesu geben dem vorausgegangenen, qualvollen Weg ihren Sinn und erleuchten ihn. „Deswegen spricht Johannes von Erhöhung, von der Himmelfahrt Jesu bereits an seinem Todestag: Tod-Auferstehung-Himmelfahrt sind das christliche Ostergeheimnis, das in Gott die Geschichte der Menschheit und des Kosmos in die Hand nimmt. Auch die vierzig Tage, die in der Apostelgeschichte 1,2-3 erwähnt werden, bedeuten eine vollkommene, endgültige Zeit und wollen sicher nicht nur eine chronologische Information sein“ (G. Ravasi).

Aus dem Osterereignis entspringen die Hoffnung der Kirche und das „stille Vertrauen“ der Gläubigen, dass auch sie eines Tages „der gleichen Herrlichkeit“ Christi teilhaftig werden (Präfation). Das ist die Grundlage des apostolischen Einsatzes und des Optimismus, der den Verkündern des Evangeliums Mut gibt, in der Gewissheit, Überbringer einer Botschaft und der Erfahrung eines gelungenen Lebens zu sein, dank der Auferstehung. Es handelt sich um ein Leben, das voll und ganz in Christus gelungen ist; es ist bereits in den Gliedern der Christengemeinde, wenn auch im Anfangsstadium, ein gelungenes Leben. Die Früchte sind da: man muss sie nur sehen und zu schätzen wissen.

Erfüllt von dieser positiven Erfahrung neuen Lebens in Christus, werden die Apostel – und die Missionare aller Zeiten – zu „Zeugen in Jerusalem, in ganz Judäa und Samaria und bis an die Grenzen der Erde“ (Apg 1,8). Dieser Weg nimmt im Zentrum seinen Anfang (Jerusalem) und erreicht allmählich die ganze Welt. Die ganze Welt ist das Arbeitsfeld, in das Jesus vor seiner Himmelfahrt seine Jünger hinschickt (Evangelium): „Geht in alle Welt und verkündet das Evangelium allen Menschen“ (Vers 15). (*)

Die benutzten Zeitwörter für die Sendung behalten stets ihre Aktualität: „gehen“ weist auf den Elan und den Mut hin, sich stets der neuen Weltlage zu stellen; „lehren“ nicht so sehr eine Lehre, sondern eine Person; „glauben“ heißt dem Glauben gehorchen; „taufen“ zeigt auf das Sakrament hin, das umwandelt und die Menschen in das trinitarische und kirchliche Leben hereinnimmt.

Die Apostel beginnen sogleich den Auftrag Jesus zu verwirklichen: „sie zogen aus und predigten überall“ (Vers 20). Die letzten Worte der Evangelien bringen die missionarische Kirche auf den Weg, - eine Kirche, die immer Missionskirche ist - , um das Werk Christi fortzusetzen, immer und überall, mit dem Einsatz aller durch das sprichwörtliche „Hochkrempeln der Ärmel“, damit der von Christus begonnene Plan die Menschen von innen her, im Herzen verändern kann und dadurch eine bessere, geschwisterliche und solidarische Welt geboren wird. Der Blick zum Himmel – letztes und inspirierendes Ziel der großen Lebensreise – lenkt nicht ab und raubt keine Energien, er feuert vielmehr die Christen und die Glaubensverkünder an, ihren liebevollen Blick auch auf die Welt zu richten, einen an die konkrete Situation angemessenen missionarischen Einsatz, voller Großherzigkeit und Kreativität zum Wohl für das Leben der Menschheitsfamilie.


Wort des Papstes
(*) „In der Tat: Dazu sind wir da, den Menschen Gott zu zeigen. Und erst wo Gott gesehen wird, beginnt das Leben richtig. Erst wo wir dem lebendigen Gott in Christus begegnen, lernen wir, was Leben ist.... Es gibt nichts Schöneres, als vom Evangelium, von Christus gefunden zu werden. Es gibt nichts Schöneres, als ihn zu kennen und anderen die Freundschaft mit ihm zu schenken. Die Arbeit des Hirten, des Menschenfischers mag oft mühsam erscheinen. Aber sie ist schön und groß, weil sie letzten Endes Dienst an der Freude Gottes ist, die in der Welt Einzug halten möchte“.
Benedikt XVI.
Predigt zum Beginn seines Pontifikates, 24. April 2005


Auf den Spuren der Missionare
- 28.05. Christi Himmelfahrt, nachdem er vorher seine Apostel in alle Welt ausgesandt hatte. Tag der sozialen Kommunikationsmittel.
- 28.05. Sel. Antonius Julian Nowowieski (1858-1941), Erzbischof von Plock (Polen), und sein Weihbischof Leo Wetmanski (1886-1941), Präsident und Sekretär.
- 29.05. Sel. Josef Gérard (1831-1914), Priester der Oblaten der Unbefleckten Maria, Missionar in Südafrika und Lesotho.
- 29.05. Hl. Ursula (Julia) Ledóchowska (1865-1939), österreichische Ordensfrau, Gründerin der Ursulinen vom Herzen Jesu; sie unternahm mehrere Missionsreisen in Europa.
- 30.05. Hl. Josef Marello (1844-1895), Bischof von Acqui Terme (Piemont), Gründer der Oblaten des hl Josef für die moralische und christliche Erziehung der Jugend.
- 31.05. Fest Maria Heimsuchung: Begegnung im Glauben und im Lobpreis des Herrn.
- 01.06. Hl. Justin, christlicher Philosoph, geboren in Palästina, hingerichtet in Rom (+165).
- 01.06. Sel. Johann B. Scalabrini (1839-1905), Bischof von Piacenza, Gründer der Scalabrini Missionare vom Hl. Karl; sie arbeiten in der Migrantenseelsorge.
- 02.06. Mit der Bulle „Sublimis Deus“ verurteilt Papst Paul III. die Sklaverei (1537).
- 03.06. Hl. Karl Lwanga und 21 Gefährten, Märtyrer von Uganda, hingerichtet zwischen 1885 – 1886 in Namugongo und in der Umgebung von Kampala. Mit ihnen wurden auch 23 Jugendliche anderer Konfessionen hingerichtet.

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Verantwortlich: P. Romeo Ballan, mccj – emeritierter Direktor des CIAM, Rom
Sito Web: www.ciam.orq “Wort zur Mission – Parola per la Missione”
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