Mission heißt dienen und allen Völkern Hoffnung schenken

 

Jesája  53,10-11
Psalm  32
Hebräer  4,14-16
Markus 10,35-45

Überlegungen

Am Weltmissionssonntag wird uns das Beispiel Jesu vor Augen gestellt (Evangelium), der „nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen,  sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele“ (Vers 45). Obwohl der Größte, ist er doch unser Diener geworden; obwohl der Erste, hat er sich doch zum Sklaven aller gemacht (Vers 44).  Die Fußwaschung, die Todesangst im Garten, die Kreuzigung ….. genügen, um uns von den Worten des heutigen Evangeliums überzeugen zu lassen. Jesus hat den Leidenskelch bis zur Neige – und mit Liebe – getrunken, und hat die Taufe des Todes und der Auferstehung empfangen (Vers 38). Damit hat er, der  wahre Knecht des Herrn, die Prophezeiung des Jesája erfüllt (1. Lesung): er hat sich selbst als Sühnopfer hingegeben, hat alle unsere Schuld auf sich genommen, in der sicheren Hoffnung  auf eine zahlreiche Nachkommenschaft (Verse 10-11). Denn Er, der erhabene Hohepriester (2. Lesung), fühlt mit unseren Schwächen mit; alle Völker sind eingeladen, voll Zuversicht zum Thron der Gnade hinzugehen, „um Erbarmen und Gnade zu finden und so Hilfe zur rechten Zeit zu erlangen“ (Vers 16).

“Den Kelch trinken – die Taufe empfangen“, sind für Jesus der Weg, der zum Tod und zur Auferstehung führt, damit alle Leben in Fülle haben (Joh 10,10). An diesem  seinen Missionswerk will Jesus alle Jünger teilhaben lassen: die in seinem Namen getauft und von ihm zu einer besonderen Weihe berufen  sind (Priester, Ordensleute, Laien). Durch diese sakramentale Verbindung mit Christus nehmen alle am Geschenk des Missionseinsatzes teil, nämlich allen Menschen das Evangelium zu verkünden, die es noch nicht kennen.

Auf die Frage des Meisters: “Könnt ihr den Kelch trinken?” antworten die Jünger  Jakobus und Johannes: „Wir können es“ (Vers 38). In dieser Antwort liegt eine Portion Überheblichkeit, aber auch Großherzigkeit und Mut. Nach der Geistsendung am Pfingsttag werden sie tatsächlich mutig Zeugnis ablegen. Auch heute, angesichts der vielfältigen Erfordernisse des Missionseinsatzes der Kirche auf der ganzen Welt, werden von allen Christen konkrete und kreative Antworten erwartet, je nach den Möglichkeiten des einzelnen. Von manchen wird ein Missionsdienst auf Lebenszeit verlangt, auch in fernen and gefahrvollen Gegenden; von anderen wird das Leben selbst erfordert … von allen aber das Gebet und das solidarische Teilen mit den Bedürftigen.

In der Botschaft zum Weltmissionssonntag betont der Papst, dass die Bereitschaft zum Dienen für eine echte und überzeugende Verkündigung des Evangeliums Jesu Christi von grundlegender Bedeutung ist. (*)  „Die Jünger Christi über die ganze Welt verstreut, sie mühen sich ab, sie stöhnen unter der Last des Leids und geben das Leben hin. Ich betonte mit Nachdruck, was meine verehrten Vorgänger mehrmals gesagt haben: Die Kirche handelt nicht, um ihre Macht auszudehnen oder ihre Vorherrschaft durchzusetzen, sondern um allen Menschen Christus, das Heil der Welt, zu bringen. Wir wollen nichts anderes, als uns in den Dienst der Menschen zu stellen, vor allem der Notleidenden und Ausgegrenzten, denn wir glauben, daß „die Verkündigung des Evangeliums an die Menschen unserer Zeit … ohne Zweifel ein Dienst ist, der nicht nur der Gemeinschaft der Christen, sondern der ganzen Menschheit erwiesen wird (Evangelii nuntiandi, 1), die ‘zwar erstaunliche Errungenschaften aufzuweisen hat, aber sie scheint den Sinn für letzte Wirklichkeiten und für das Dasein selbst verloren zu haben’ (Redemptoris missio, 2)”.
Ein Beispiel selbstlosen Dienstes bis zu den letzten Konsequenzen ist sicherlich der hl. Damian de Veuster, der Missionar der Aussätzigen auf den Hawaii Inseln, der am 11. Oktober 2009 von Papst Benedikt XVI. heiliggesprochen wurde. “Seine missionarische Tätigkeit, die ihm so viel Freude bereitet hatte, erreicht seinen Höhepunkt in der Nächstenliebe. Nicht ohne Angst und inneren Widerstand, entschloss er sich, auf die Molokai Insel zum Dienst an den Aussätzigen zu gehen, die dort von allen verlassen waren. So setzte sich auch er der Krankheit aus, die sie selbst befallen hatte. Bei ihnen fühlte er sich daheim. Der Diener am Wort wurde so ein leidender Diener, und, während der letzten vier Jahre seines Lebens, ein Aussätziger unter Aussätzigen“

Wort des Papstes

(*)  „Die Sendung der Kirche besteht darin, alle Völker mit dieser Hoffnung „anzustecken“. Deshalb beruft Christus seine Jünger, er macht sie gerecht und heilig und sendet sie aus, damit sie das Reich Gottes verkünden, auf daß alle Nationen zum Volk Gottes werden. Und nur in dieser Sendung wird der wahre Weg der Menschheit in der Geschichte verständlich und authentisch. Die Weltmission muß eine grundlegende Konstante im Leben der Kirche werden. Die Verkündigung des Evangeliums muß für uns, wie schon für den Apostel Paulus, unaufschiebbar und vorrangig sein”,

Benedikt XVI.
Botschaft zum Weltmissionssonntag 2009, Nr. 1

Auf den Spuren der Missionare

- 4-25/10: Synode für Afrika in Rom.

- 18/10: Weltmissionssonntag. Thema: “Evangelium ohne Grenyen”.

- 18/10: Hl. Lukas: Verfasser des dritten Evangeliums und der Apostelgeschichte; Begleiter des Paulus in Mazedonien und auch an anderen Orten (Apg 16,10s.).

- 19/10: Die Hl. Märtyrer Johannes Brébeuf, Isaac Jogues, Jesuitenpriester, und sechs Mitarbeiter, Missionare unter den Uroni e Irochesi Indianern (USA und Kanada, +1642-1649).

- 19/10: Hl. Paul vom Kreuz (1694-1775), Förderer der Volksmissionen mit der Botschaft des Leidens Christi;  Gründer der Passionisten.

- 20/10: Die Seligen Davide Okelo e Gildo Irwa, junge Katechisten und Märtyrer (16 und 12 Jahre alt), ermordet in Paimol (Kalongo-Nord Uganda, +1918).

- 21/10: Sel. Laura Montoya y Upeguí (1874-1949), kolumbianische Missionarin unter den Indios und Gründerin; sie starb in Medellín (Kolumbien).

- 23/10: Hl. Johannes von Capestrano (1386-1456), Franziskaner, Missionar und erfolgreicher Prediger in Ländern Europas; er setzte sich für die Freiheit und die Einheit der Christen ein.

- 24/10: Hl. Anton Maria Claret (1807-1870), Spanier, Volksprediger, Gründer, Bischof von Santiago de Cuba. Starb im Exil in Frankreich.

- 24/10: Sel. Luigi Guanella (1842-1915), italienischer Priester, Gründer von zwei Ordensgemeinschaften zum Dienst an den Armen.

- 24/10: Tag der Vereinten Nationen (eine 1945 gegründete Organisation)

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Verantwortlich: P. Romeo Baallan – Missionari Comboniani (Verona)
Website: www.euntes.net  “Parola per la Missione”
Deutsch: P. Alois Eder, MCCJ

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