Ein neues Zeitalter der Mission – Eziehung und Hoffnung

Daniel 12,1-3

Psalm 15

Hebräer 10,11-14.18

Markus 13,24-32

Überlegungen

Markus bedient sich einer Sprache, die Angst macht, aber immer mit einer Botschaft des Heils und der Hoffnung. Es handelt sich um die so genannte apokalyptische Sprache, reich an Bildern und Worten, die die Evangelisten gebrauchen, um die Zerstörung Jerusalems auszudrücken und vorausschauend die letzten Ereignisse der Menschheitsgeschichte. Der unmittelbare Kontext, in dem die ersten christlichen Gemeinden lebten, war charakterisiert von Spannungen im Innern und von Verfolgungen draußen, die Furcht hervorriefen, Orientierungslosigkeit und viele Fragen: Wie lange wird die Zeit der Prüfung anhalten? Wie soll man treu bleiben? Wer wird am Ende gerettet werden?

Markus und die andern Evangelisten wollen, in Linie mit der Predigt der Apostel, der Gemeinde eine Botschaft der Hoffnung und des Trostes geben, deren Mitte die Nähe des Meisters (Evangelium) ist: Seine Abwesenheit ist nur eine augenblickliche Abwesenheit, Er wird wieder kommen, Er sendet seine Schutzengel, auf die anfängliche Zerstreuung wird eine große Heimkehr folgen (V. 26-17). Auch der Prophet Daniel  hatte sie schon vorausgesehen (1. Lesung): nach einer harten Periode der Bedrängnis  wird das Volk das Heil finden (V. 1).

Das heutige Wort Gottes stellt verschiedene Personen vor, die auf unterschiedliche Titel hin in den Ablauf des Heilswerkes eingreifen. Vor allem ist es Jesus Christus, der Hohepriester und Heiligmacher des neuen Bundes (2. Lesung), der alleinige Retter aller Völker. Dann sind da jene, die mit dem Plan Gottes mitarbeiten und die Auserwählten und Brüder im Glauben begleiten. Daniel reserviert ein besonderes Lob für „jene, die viele zur Gerechtigkeit angeleitet haben werden“ (V. 3). Markus spricht von den Engeln, die die Auserwählten von „den vier Winden“ (V. 27) versammeln werden. „Die Rettung der Brüder vor dem Glaubensabfall und der Versprengung geschieht nicht durch ein wunderbares Eingreifen des Herrn, sondern durch die Handlung der Engel, der Jünger, die im Augenblick der Prüfung es verstanden haben, sich im Glauben treu zu bewahren. Sie sind die Engel, die damit beauftragt sind, die Brüder zurückzuführen zur Einheit der Kirche“ (F. Armellini).

Das ist die missionarische Rolle jener, die die andern auf dem Weg der Begegnung mit Christus begleiten. Der Weg der Mission ist beschwerlich und hat lange Zeiten bei den verschiedenen Völkern. Die Ernte ist immer reich, aber es fehlen die Arbeiter (Mt 9,37). Und doch ist es Jesus selber, der dazu einlädt, das Haupt zu erheben und mit Hoffnung auf die Saat zu schauen: „Erhebt eure Augen und betrachtet die Felder, die schon weiß sind für die Ernte“ (Joh 4,35).

Der Herr Jesus nährt die Hoffnung und versichert, dass „Er nahe ist, an der Tür steht“ (V. 29): Jedem Menschen bietet er Sein Heil an. Und er ruft seine Freunde zusammen, damit sie sich zu Trägern dieser Botschaft machen. In der Enzyklika Redemptoris Missio (1990) betont Johannes Paul II mit Nachdruck, daß „die Mission Christi des Erlösers, die der Kirche anvertraut ist, noch weit entfernt ist von ihrer Vollendung … Diese Mission steht noch in ihren Anfängen, und wir müssen uns mit allen Kräften in ihrem Dienst einsetzen“ (N. 1). Im Bewusstsein der Weite und Dringlichkeit dieser Mission lädt der Papst dazu ein, die Herzen zur Hoffnung zu erheben „in diesem neuen Frühling des Christentums“ (N. 2), während er „die Morgenröte einer neuen Missionsära heraufsteigen sieht. Es wird eine Zeit reicher Früchte sein, unter der Bedingung jedoch, dass die Christen, die Missionare und die jungen Kirchen „mit Hochherzigkeit und Heiligkeit auf die Anrufe und Herausforderungen unserer Zeit“ antworten (92).

Inmitten von Szenen nie geschauter Ängste (V. 1) eröffnet der Prophet Daniel (1. Lesung) Horizonte von Glanz und Licht, die den Weisen vorbehalten sind und „jenen, die viele zur Gerechtigkeit geführt haben werden“ (V. 3). Zu ihnen gehören bestimmt die Erzieher: das heißt jene,  die auf verschiedene Weisen anderen helfen, auf dem Weg der rechten Pfade zu gehen. Seien es Eltern, Lehrer, Katechisten, Schriftsteller, Arbeiter der sozialen Kommunikation… Benedikt XVI verbindet oft das Thema der Erziehung mit dem der Hoffnung. (*) Für ihn  braucht der Erziehungsnotstand, den heute religiöse und weltliche Instanzen beklagen, geeignete Menschen, Offenheit in Personen und Institutionen, herausfordernde Methoden, artikulierte Strategien, kreative Projektionen in die Zukunft hinein, Hoffnung auf Gott und auf den Menschen, universale Horizonte im Einklang mit der Mission… Der Erziehungsnotstand ist gleichbedeutend mit der missionarischen Dringlichkeit der Verkündigung des Evangeliums.

Wort des Papstes

(*) „Die Seele der Erziehung sowie des ganzen Lebens kann nur eine erlässliche Hoffnung sein. Heute ist unsere Hoffnung von vielen Seiten bedroht, und wir laufen Gefahr, wie die Heiden der Antike selbst wieder Menschen »ohne Hoffnung und ohne Gott in der Welt« zu werden, wie der Apostel Paulus an die Christen von Ephesus schrieb (Eph 2,12). Gerade hieraus entsteht die vielleicht größte Schwierigkeit für eine echte Erziehungsarbeit, denn die Erziehungskrise wurzelt in einer Krise des Vertrauens in das Leben.  Ich kann daher dieses Schreiben nicht abschließen ohne die herzliche Einladung, unsere Hoffnung auf Gott zu setzen. Nur er ist die durch alle Brüche hindurch tragende Hoffnung; nur seine Liebe kann nicht vom Tod zerstört werden; nur seine Gerechtigkeit und sein Erbarmen können die Ungerechtigkeiten wiedergutmachen und die erfahrenen Leiden entlohnen. Die Hoffnung, die sich Gott zuwendet, ist niemals Hoffnung nur für mich, sondern sie ist immer auch Hoffnung für die anderen: Sie isoliert uns nicht, sondern macht uns solidarisch im Guten, sie spornt uns an, uns gegenseitig zur Wahrheit und zur Liebe zu erziehen.“

Benedikt XVI

Brief an die Diözese und Stadt Rom, 21. Januar 2008

Auf den Spuren der Missionare

- 15/11:  Hl. Albert d. Gr. (Köln, +1280), deutscher Dominikaner, Bischof, Mann des Friedens, Kirchenlehrer und Patron der Naturforscher; verstand es, Humanwissenschaften und theologisches Studium mit einander zu verbinden.

- 15/11:  Hl. Giuseppe Pignatelli (1737-1811), italienischer Jesuitenpater, verstand es, mit Heiligkeit des Lebens und Gewandtheit, sich der Restauration der fast erloschenen Gesellschaft Jesu zu widmen nach ihrer Aufhebung, der Französischen Revolution und den napoleonischen Kriegen.

- 15/11:  Sel. Maria von der Passion (Helene) de Chappotin de Neuville (1839-1904), französische Ordensfrau, Missionarin in Indien, Gründerin der Franziskaner-Missionarinnen Mariens.

- 16/11:  Welttag der Toleranz, 1995 von der UNO-UNESCO geschaffen.

- 17/11: Heilige Rocco Gonzalez, Alfonso Rodriguez und Juan del Castillo, Jesuiten, Märtyrer in den Reduktionen von Paraguay (+1628), wegen ihres missionarischen Einsatzes in der Verteidigung und Förderung der Eingeborenen. Der bekannte Film Mission hat ihr Heldenlied gesungen.

- 17/11:  Gedächtnis der Eröffnung des Suez Kanals (Ägypten, 1869), neuer Verbindungsweg für den kommerziellen und kulturellen Austausch.

- 18/11:  Hl. Filippina Rosa Duchesne (1769-1852), französische Ordensfrau, Missionarin in den USA, gründete mehrere Schulen und starb im Staat Missouri .

- 20/11:  Welttag der Rechte des Kindes, 1989 von der UNO geschaffen.

- 21/11:  Darstellung der Seligen Jungfrau Maria im Tempel. – (Heute oder an einem andern Tag): Tag Pro Orantibus für die Mönche und klaustrierten Ordenfrauen des beschaulichen Lebens.

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Verantwortlich: P. Romeo Ballan – Missionari Comboniani (Verona)

Website: www.euntes.net  “Parola per la Missione”

Deutsch: Wilhelm K. Müller SVD

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