Jesus Christus, der Schatz, der entdeckt, geliebt und geteilt werden muss

Immagine

XVII Sonntag im Jahreskreis
Lesejahr A – Sonntag, 24.7.2011
P. Romeo Ballan

Jesus Christus, der Schatz,

der entdeckt, geliebt und geteilt werden muss


XVII Sonntag im Jahreskreis

Lesejahr A – Sonntag, 24.7.2011

 

1 König 3,5.7-12

Psalm 118

Römer 8,28-30

Matthäus 13,44-52

 

Überlegungen

Die Suche nach einem verborgenen Schatz ist immer leidenschaftlich aufregend; der Zauber einer kostbaren Perle ruft zahlreiche Phantasien wach… Verborgener Schatz und kostbare Perle (Evangelium) verweisen unmittelbar auf das Wort Jesu: „Wo dein Schatz ist, dort wird auch dein Herz sein“ (Mt 6,21). Die Gleichnisrede Jesu, die sieben Gleichnisse zusammenstellt (Mt 13), endet mit den drei heutigen Gleichnissen: der verborgene Schatz (V. 44), die kostbare Perle (V. 45-46) und das Fischernetz (V. 47-48). Der Schatz und die Perle schließen sich der Idee nach den (vorausgehenden) Gleichnissen vom Sämann, vom Senfkornsamen und vom Sauerteig an; das Gleichnis vom Unkraut und vom Fischernetz teilen sich in eine ähnliche Dynamik. Die sieben Gleichnisse sind eine Lehrmethode, die Jesus benutzt, um seine Jünger in das Verständnis der geheimnisvollen Wirklichkeit des Gottesreiches oder des Himmelreiches einzuführen. Alle sieben führen zu einer Wahl der Werte: der Jünger muss wählen; der Gegenstand dieser Option ist Jesus selber, weil Er selber die Fülle des Reiches ist. Er ist der gute Same, das Wort, das der Vater auf das Feld der Welt sät, und das die Fähigkeit hat, sie von innen heraus zu verändern mit der Kraft, die dem Senfkornsamen und der winzigen Menge des Sauerteiges angeboren ist. Er ist der verborgene Schatz und die kostbare Perle, die gesucht und jedem andern Wert vorgezogen werden muss, in dem für Ihn Raum geschaffen wird, für Ihn allein, und so die Gefahr vermieden wird, wie das Unkraut und die schlechten Fische weggeworfen zu werden (V. 48).

 

Mit dem Bild vom Schatz und von der Perle schließt sich Jesus den Traditionen vieler Völker von der sagenhaften und wahnsinnigen Suche nach Schätzen und Perlen an. Das Evangelium und die christliche Überlieferung betrachtend, sieht man, dass das Himmelreich in seiner Wirklichkeit und seinen Äußerungen vielfältig ist: für Jesus ist das Himmelreich vor allem Gott selber, geliebt, verkostet und verkündet; das Reich ist die Schönheit der göttlichen Gnade, die uns dem Bild des Sohnes gleichförmig macht (zweite Lesung); es ist die Mission, die zu den Völkern, die Christus noch nicht kennen, gebracht werden muss; es ist die Treue zur Familienliebe; es ist die Berufung zur Gottesweihe; es ist ein Projekt für das Gute, das verwirklicht werden muss; es ist die Weisheit des Herzens, die Salomon von Gott erfleht und erlangt, eine Gabe, viel wichtiger als langes Leben, als Reichtum oder als Sieg über seine Feinde (I. Lesung)… Für diesen höchsten Wert, für Jesus Christus, haben die Märtyrer ihr Leben gegeben, verlassen die Missionare die Familie und die Heimat, verzichtet der Christ auf viele Dinge. (*) Mit Freude und Entschlossenheit! (V. 44)

 

Mit einem Wort können wir sagen, der Schatz ist Christus; das Reich in seiner Fülle ist Jesus Christus selber, erkannt, geliebt, verkündet. Papst Paul VI hat in seiner leidenschaftlichen Missionspredigt vom 29. November 1970 vor einer Menge von zwei Millionen Menschen im „Quezon Circle“ von Manila ein lebendiges Zeugnis abgelegt: «‚Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkündete!’ (1 Kor 9,16)… Jesus ist der Christus, Sohn des lebendigen Gottes. Er ist der Meister der Menschheit und der Erlöser. Er ist der Mittelpunkt der Geschichte und der Welt. Er ist derjenige, der uns kennt und uns liebt. Er ist der Weggefährte und Freund unseres Lebens. Er ist der Mann des Schmerzes und der Hoffnung… Ich könnte nicht mehr aufhören, von Ihm zu reden. Er ist das Licht, ist die Wahrheit, ja er ist ‚der Weg, die Wahrheit, das Leben’ (Joh 14,6). Er ist das Brot, die Quelle lebendigen Wassers für unsern Hunger und für unsern Durst, er ist der Hirte, unser Führer, unser Beispiel, unser Trost, unser Bruder… Allen verkünde ich: Jesus Christus ist der Anfang und das Ende; das Alpha und das Omega. Er ist der König der neuen Welt. Er ist das Geheimnis der Geschichte. Er ist der Schlüssel unseres Geschicks. Er ist der Vermittler, die Brücke zwischen der Erde und dem Himmel; Er ist der Menschensohn, weil Er der Sohn Gottes ist, ewig, unendlich; Er ist der Sohn Mariens… Jesus Christus! Prägt euch ein:  das ist unsere ewige Verkündigung, das Wort, das wir in aller Welt und für die Jahrhunderte der Jahrhunderte erschallen lassen» (Stundengebet, II. Lesung, 13. Sonntag im Jahreskreis). Auch heute ist Jesus Christus das primäre Thema der missionarischen Verkündigung, weil der größere Teil der Menschheit Ihn noch nicht kennt. Es braucht eine größere Zahl von Zeugen und Verkünder!

 

 

Wort des Papstes

(*)  „Christus bietet mehr! Er bietet in der Tat alles! Allein er, der die Wahrheit ist, kann der Weg sein und darum auch das Leben. So ist der Weg, den die Apostel bis an die Enden der Erde brachten, das Leben in Christus. Das ist das Leben der Kirche. Und der Eingang zu diesem Leben, zum christlichen Weg, ist die Taufe… Liebe Freunde, bei Euch zu Hause, in Euren Schulen und Universitäten, an Euren Arbeitsplätzen und in der Freizeit erinnert Euch daran, daß Ihr eine neue Schöpfung seid! Als Christen steht Ihr in dieser Welt in dem Wissen, daß Gott ein menschliches Angesicht hat – Jesus Christus –, der Weg, der alles menschliche Sehnen befriedigt, und das Leben, von dem Zeugnis zu geben wir berufen sind, indem wir immer in seinem Licht wandeln. Die Aufgabe des Zeugen ist nicht leicht“.

Benedikt XVI

Eröffnung des Weltjugendtages, Sydney, 17. Juli 2008

 

Auf den Spuren der Missionare

-   24/7: Hl. Sarbel (Joseph) Makhluf (1884-1898), maronitischer Mönch aus dem Libanon, dann Einsiedler, dem Gebet und strengen Entbehrungen geweiht.

-   24/7: Gedächtnis von P. Ezechiele Ramin, italienischer Comboni Missionar, mit 32 Jahren (+1985) in Cacoal (Rondonia, Brasilien) getötet, weil er die Bauern, die ihr Land beanspruchten, begleitet hatte.

-   25/7: Hl. Apostel Jakobus, Sohn des Zebedäus, Bruder des Johannes; war der erste Märtyrer unter den Aposteln (+43-44); Patron Spaniens.

-    25/7: Sel. Radolfo Aquaviva und andere vier Gefährten, Jesuiten, in Salsete (Indien) als Märtyrer gestorben (+1583).

-    26/7: Heilige Joachim und Anna, Eltern Mariens und Großeltern Jesu: Patrone der Großeltern und Alten.

-    26/7: Hl. Bartolomea Capitanio (+1833), die zusammen mit der Hl. Vincenza Gerosa (+1847) die Schwestern der Liebe des Marienkindes (Maria Bambina) gegründet hat.

-    26/7: Hl. Giorgio Preca (La Valletta, Malta, 1880-1962), Priester, der Katechese der Kinder ergeben, Gründer der Gesellschaft von der Christlichen Lehre.

-        26/7: Sel. Titus Brandsma (1881-1942), holländischer Priester, Karmelit, unerschrockener Verteidiger der Kirche und der Menschenrechte, im Konzentrationslager Dachau getötet.

-        27/7: Hl. Klemens von Ochrida (circa 840-916), Glaubensbote in Bulgarien. Gleichzeitig mit ihm werden vier weitere heilige Bischöfe gefeiert, die in Bulgarien die Glaubensverkündigung der Hl. Cyrilus und Methodius weiterführten.

-    28/7: Sel. Alfonsa von der Unbefleckten Empfängnis (Anna) Muttathupadathu (1911-1946), in Kerala (Indien) geboren, Schwester von den malabaresischen Klarissen. Wird am 12. Oktober 2008 in Rom als erste Inderin heilig gesprochen.

-    29/7: Hl. Olaf (+1030), König von Norwegen, Förderer des christlichen Glaubens und Organisator der Kirche in seinem Land; in einer Schlacht gefallen.

-    30/7: Hl. Leopold Mandic (1866-1942), Kapuziner aus Kroatien, Förderer der Einheit der Christen und unermüdlich im Dienst des Beichtsakraments, in Padua.

-        30/7: Hl. María de Jesús Sacramentado Venegas de la Torre (México, 1868-1959), Gründerin, widmete sich der Pflege der Kranken. 

-        30/7: Sel. María Vincenza Chávez Orozco (México, 1867-1949), Gründerin, widmete ihr Leben den Hilfsbedürftigen.

 

*******************************************************************

Verantwortlich: P. Romeo Ballan – Missionari Comboniani (Verona)

Website: www.euntes.net  “Parola per la Missione”

Deutsch: P. Wilhelm K.Müller SVD, Rom

*******************************************************************