Donnerstag, 17. Januar 2019
Traditionell werden Generalkapitel von einem externen Moderator begleitet. Beim 69. Generalkapitel der Barmherzigen Brüder wurde der Comboni-Missionar und ehemalige Generalsekretär der Generaloberenkonferenz P. David Glenday mit dieser Aufgabe betraut. [Die Barmherzigen Brüder]

P. David Glenday, Comboni-Missionar.

P. David, wie ist es, beim Generalkapitel eines anderen Ordens dabei zu sein, und zudem als Moderator?

Mich bewegen eine Vielzahl von Gefühlen! Schon die Ehre des Vertrauens, das mir die Brüder entgegengebracht haben. Natürlich bin auch besorgt angesichts der Verantwortung, die mir übertragen wurde. Dies ist das vierte Mal, dass ich ein Generalkapitel einer anderen Ordensgemeinschaft begleite. Ich bin mit den Brüdern ins Boot gestiegen, jetzt verlassen wir den Hafen und wir werden sehen, wohin uns die Winde und Strömungen führen werden. Ich kenne die Barmherzigen Brüdern seit 2 – 3 Jahren und hatte die Freude, wichtige Momente mit ihnen zu erleben. Der Herr führt uns und die Erfahrung sagt mir, dass er uns oft auf unerwartete Weise führt.

Was sind die Herausforderungen eines Generalkapitels?

Ich würde sagen, dass die größte Herausforderung darin besteht, den Weg zu finden, unser Charisma in einer sich ständig verändernden Welt zu leben. Ich habe keine Zweifel an der aktuellen Bedeutung des Charismas der Barmherzigen Brüder. Es gibt Antwort auf viele aktuelle Probleme in unserer Gesellschaft. Die Herausforderung besteht darin, zu erkennen, wie die Brüder heute das Charisma leben sollen. Wie können sie weiter ihre Werke leiten, die so groß geworden sind? Wie können sie auf immer striktere Gesetze und Richtlinien im Gesundheitswesen reagieren? Wie können wir mit den kulturellen Unterschieden umgehen, die innerhalb des Ordens von einem Teil der Welt zum anderen so wichtig sind? Ein Generalkapitel ist eine Chance, aber nichts ist garantiert. Deshalb ist es wichtig, es im Gebet und im Vertrauen auf Gott zu erleben. Ein aufmerksames Hören auf das, was der Heilige Geist uns sagen will, ist wesentlich, verbunden mit einem Offensein für die anderen Kulturen, um zu vermeiden, dass man nur unter sich bleibt.

Eine Haltung, die nicht unbedingt selbstverständlich ist in einem Orden, der in 54 Ländern tätig ist…

Diese kulturelle Vielfalt innerhalb des Ordens der Barmherzigen Brüder beeindruckt mich. Es grenzt an ein Wunder, dass die Brüder in einer solchen Vielfalt zusammenzuarbeiten fähig sind und zusammenfinden! Es ist absolut nicht einfach und schon gar nicht bequem, die ganze Zeit von einer Sprache zur anderen zu wechseln oder stundenlang mit Kopfhörern zu arbeiten..... Aber ich denke, wir haben eine gutes Basis, auf der wir aufbauen können. Jetzt müssen wir beten und vertrauen. Der Heilige Geist sagt uns, dass jeder von uns für den anderen geschaffen ist. Dieses Kapitel ist eine gute Gelegenheit, uns an diese Tatsache zu erinnern und den Orden bei seiner Mission zu unterstützen, den Schwächsten zu helfen.

Sie bestehen sehr auf den Wert des Gebets. Es ist interessant zu sehen, dass viele Botschaften aus der ganzen Welt von Brüdern und Mitarbeitern kommen, die ihre Gebetsverbundenheit mit den Kapitularen bekunden.

Diese universelle Gebetsgemeinschaft ist sehr wichtig, sie ist eine Quelle der Kraft und des Lichts für den Orden bei diesem wichtigen Ereignis in seiner Geschichte. Es wird bei diesem Kapitel unweigerlich Momente der Freude geben, aber auch schwierige Momente. Dieses Gefühl der Verbundenheit ist wesentlich. Es sagt uns, dass das Charisma der Johann von Gott-Familie nicht nur das Eigentum einiger weniger ist, sondern ein Geschenk an die ganze Kirche und an die Welt. Die Verbundenheit und das Anteilnehmen von Brüdern und Mitarbeitern aus der ganzen Welt ist ein Geschenk. Die Kirche wird von diesem Kapitel bereichert werden, davon bin ich überzeugt.