In Pace Christi

Dall'Alda Vicenzo

Dall'Alda Vicenzo
Geburtsdatum : 01/08/1926
Geburtsort : Borgo Sacco/Italia
Zeitliche Gelübde : 07/10/1948
Ewige Gelübde : 07/10/1954
Todesdatum : 26/07/2019
Todesort : Castel d’Azzano (I)

Br. Vicenzo wurde am 1. August 1926 in Borgo Sacco (Trient) geboren. „Schon als Bub – so schrieb er für Raccontiamoci im März 213 – hatte ich den starken Wunsch, Missionar zu werden. Ich klopfte an die Tür mehrerer missionarischer Institute, aber alle winkten ab. Ich ging zu den Rosminiani, um Priester zu werden. Aber ich hatte große Mühe mit dem Studieren. Ich habe mich aber nie entmutigt. Meine Berufung war, Missionar zu werden. Und mit diesem Wunsch schritt ich immer voran. Ich wurde Brudermissionar bei den Comboni-Missionaren. Ich stellte fest, dass ich im Studium keine große Leuchte war, dafür aber zu gebrauchen für praktische Arbeiten.“

So trat ich im Alter von zwanzig Jahren bei den Comboni-Missionaren in Florenz ein. Nach einem Jahr wurde ich nach Sunningdale in England geschickt, wo ich am 7. Oktober 1948 die ersten zeitlichen Gelübde ablegte. Zwei Jahre später wurde ich in die NAP versetzt, wo ich am 7. Oktober 1954 die ewigen Gelübde in Cincinnati ablegte. Hier leistete ich 19 Jahre meinen missionarischen Dienst (1950–1969).

Nach sieben Jahren in Italien (1970-1977) wurde ich in die Mission nach Kenia gesandt. Damit war ich für längere Zeit wieder im Ausland (1977-1995).“

 Von 1995 bis 2005 leistete er seinen missionarischen Dienst in Rom im Generalat. 2006 wurde er der italienischen Provinz zugeteilt. Die letzten Jahre seines Lebens hat er im Mutterhaus in Verona und in Castel D’Azzano verbracht, wo er am 26. Juli 2019 zu Gott heimgekehrt ist.

Das Requiem fand unter Vorsitz von P. Renzo Piazza in der Hausgemeinschaft von Castel D’Azzano statt. Am Ende der Eucharistiefeier hat P. Teresino Serra – der Br. Vicenzo während des Noviziates in Cincinnati kennen gelernt hatte und dann mit ihm in Kenia und in der Kurie zusammen gewesen war – seine Dankbarkeit und seine Bewunderung zum Ausdruck gebracht für diesen wahren Comboni-Bruder-Missionar, der es verstanden hat, in kluger Weise Arbeit, Gebet und missionarische Spiritualität zu vereinen.

In diesen letzten Monaten in Castel D‘ Dazzano hatte Br. Vicenzo ziemlich viel zu leiden. Er konnte sich praktisch nicht mehr bewegen. Br. Virginio Manzana, sein Zimmernachbar, wollte die Geduld von Vicenzo unterstreichen, der sich nie beklagte, und die liebevolle Sorge, mit der das Pflegepersonal ihn betreute.

In seiner Ansprache machte P. Renzo Pazza aufmerksam, dass in den Annuarii der vergangenen Jahre nicht nur die Bemerkung stand Comboni-Bruder-Missionar, sondern dass man hinzufügte „ad omnia“, um zum Ausdruck zu bringen, dass er zu allen bescheidenen Diensten bereit war wie z.B. in der Küche, in der Pforte, im Haus, in der Sakristei. Es handelte sich um Dienste, die zweitrangig schienen, aber das Leben einer Hausgemeinschaft ausmachten. Br. Vicenzo hat als Bruder gelebt und gezeigt, dass Brüderlichkeit möglich ist.

P. Renzo bestätigte, dass Br. Vicenzo es liebte, die Zeit gut zu nutzen. Die Pforte war der Ort, der ihn in Kontakt mit der Welt brachte. Nicht nur, weil er die Telefonate entgegen nahm, sondern weil er die freie Zeit nutzte, Mitbrüdern in der weiten Welt zu schreiben. Er sprach ihnen Mut zu, zeigte ihnen seine Freundschaft und mitbrüderliche Verbundenheit. Er schrieb vielen, die er kannte, und auch vielen, die er nicht kannte, mit denen er sich aber in seiner missionarischen Berufung verbunden wusste. Seine Briefe und Postkarten, von Hand geschrieben, enthielten einfache Worte, aber Botschaften der Hoffnung und des Trostes. Wer mit ihm in einer Hausgemeinschaft gelebt hat, kann bestätigen, dass er das Gebet schätzte und treu und fleißig pflegte. Das kam durch seine persönliche Beziehung zum Herrn und seiner Sorgfalt und Liebe zur Liturgie zum Ausdruck, auch durch seinen Dienst in der Sakristei.

Als Bruder ad omnia ist er ein treuer Verwalter der Sachen und des Hauses gewesen.

Die letzten Jahre seines Lebens waren geprägt von Krankheit und Leid. Er hat sich nie beklagt. Die lange Zeit, die er ans Bett gefesselt war, wobei er sich kaum mitteilen konnte, stellte mir die Frage: Was für einen Sinn hat es, unter solchem Umständen Monate und Jahre zu leben? Da erinnert man sich der Worte des Heiligen Paulus, der gesagt hat: „Wenn sich auch unser äußerer Mensch auflöst, so erneuert sich der innere Mensch von Tag zu Tag.“ Wer seine Wunden sah und sie verband, hat wahrscheinlich Schwierigkeiten, dieses Wort anzunehmen.