Mödi Abel Nyörkö wurde am 31. Juli 1943 in Terekeka bei Juba (Südsudan) als Sohn von Elizabeth Kaku Jube und Nyorko Jangara vom Stamm der Mundari geboren. Er besuchte das Katechumenat in seinem Heimatdorf und wurde 1951 in Kadule getauft.
Nach der Volksschule in Kadule wurde er 1956 im Okaru-Seminar aufgenommen und 1962 im Priesterseminar von Tore River (Yei). Nach dem Abschluss des Philosophie- und Theologiestudiums in Kit und Lacor (Uganda) schloss er sich den Comboni-Missionaren an und kam 1968 nach Italien. In Florenz machte er das Noviziat und legte am 9. September 1970 seine ersten zeitlichen Gelübde ab. Nach einem Jahr Studium an der Propaganda-Universität in Rom (1970-1971) wurde er am 3. April 1971 in Macerata von Bischof Ersilio Tonini zum Priester geweiht. Am 27. September 1976 weihte er sich für immer Gott und der Mission.
Ende 1971 wurde er in die Region Südsudan versetzt, die inzwischen der Region Khartum angegliedert worden war. P. Ottorino Sina war Regionaloberer. 1964 wurden alle Comboni-Missionare des Landes verwiesen, die aus dem Südsudan stammenden Mitbrüder konnten aber bleiben. Am 6. Dezember 1971 wurde die Mission Nzara wiedereröffnet. Vier Monate später wurde P. Mödi als stellvertretender Pfarrer in die Gemeinschaft versetzt. Von 1977 bis 1980 wirkte er als Pfarrer. 1973 hatte er eine Comboni-Volksschule gegründet und wurde ihr erster Direktor. Bildung war eine der Hauptprioritäten des Landes. Die Schule ist noch in Betrieb.
Von 1980 bis 1984 wirkte P. Mödi in der NAP, auch um sich gleichzeitig theologisch weiterzubilden. Er erwarb einen Master in Theologie an der Xavier University von Cincinnati, Ohio, und in Christologie an der Catholic Theological Union in Chicago. Erzbischof Paulino Lukudu von Juba holte ihn dann in den Südsudan zurück.
Nach seiner Rückkehr in den Südsudan wirkte er von 1985 bis 1989 als Professor und Vizerektor am St. Paul Regionalseminar von Bussere (Wau) und später von Munuki (Juba). Von seinen Schülern des Saint Paul Seminars wurden vier zu Bischöfen ernannt. Seine Seminaristen betrachteten ihn als einen vornehmen, geduldigen, ruhigen, freundlichen und guten Formator, einen stets lächelnden Priester, der seinen Missionsberuf mit Eifer und Hingabe lebte.
Während seiner Zeit als Vizerektor wurde er zum Leiter der katholischen Jugend der Diözese Juba (1987-1989) und zum Vizeprovinzial von P. Cesare Mazzolari ernannt, der 1987 zum Provinzoberen gewählt worden war.
1989 wurde P. Mödi zum Provinzial des Südsudan gewählt und trat am 1. Januar 1990 sein Amt an. Er war der erste afrikanische Comboni-Provinzobere in der Kongregationsgeschichte. Der Beginn seines Mandats fiel mit der Verschärfung des Krieges im Sudan zusammen.
Am 1. Juli 1990 stellte der Generalobere P. Francesco Pierli eine neue Gruppe von Comboni-Missionaren zusammen, um die Christen in den sogenannten „befreiten Gebieten“ (von der SPLA) zu betreuen und eine gewisse Stabilität zu gewährleisten. Dann war da auch die Gruppe der Comboni-Missionare der Provinz Südsudan. P. Mödi, dessen Amtszeit am 31. Dezember 1992 abgelaufen war, wurde gebeten, als Delegat des Generaloberen weiterzuarbeiten.
Seine Zeit war aufgrund des Konflikts die schwierigste Zeit im Südsudan. Damals arbeitete er auch unter den Vertriebenen, insbesondere unter den Mundari, Madi und Acholi in den Lagern von Juba. Dann wurde er gebeten, nach Khartum zu ziehen, wo er zwei Jahre blieb. Im September 1996 ging er für ein Sabbatjahr nach Rom und am 1. Juli wurde er in die NAP versetzt und begann seine Pastoralarbeit in der Holy Cross Pfarrei von Los Angeles, Kalifornien (1999 bis 2008). Ab 2004 war er Stellvertretender Hausoberer der Gemeinschaft.
Am 1. Januar 2009 übernahm er die Aufgabe der Missionarischen Bewusstseinsbildung in La Grange Park, Chicago. 2011 wurde er für dieselbe Aufgabe in unser Missionszentrum Covina, Kalifornien, versetzt.
Von 2015 bis 2016 wirkte der Mitbruder in der Pfarrei St. Lucia in Newark, New Jersey.
Vom 1. Januar 2017 bis zu seinem Tod lebte er als „Alt-Missionar“ in der Gemeinschaft von Cincinnati. Seine Präsenz war geprägt von seiner großen Herzlichkeit. Er wurde allgemein „der afrikanische Häuptling“ genannt.
P. Mödi Abel Nyörkö sprach Bari, Zande, Englisch, Arabisch, Italienisch und Spanisch.
Seine Gesundheit hatte bereits ziemlich nachgelassen, als ihn COVID-19 erfasste und seinen Tod am 1. Juni 2020 beschleunigte. Seine sterblichen Überreste wurden am 10. Juni auf dem St. Joseph Friedhof in Monroe, Michigan, beigesetzt.