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Absender
Datum
81
Don Nicola Olivieri
0
Verona
8. 3.1862

Nr. 81 (79) AN DON NICOLA OLIVIERI

APCV, 287/90

Verona, 8. März 1862

Hochwürdiger Pater,

[683]

es ist schon viel Zeit vergangen, seit ich von D. Bagio Nachricht erhalten habe. Ich weiß, dass er aus Kairo abgereist ist. P. Lodovico hat mir aus Neapel geschrieben, dass die drei afrikanischen Mädchen, die nach Rom gekommen sind, sich bereits im Kolleg der parthenopeischen Hauptstadt befinden. Darüber freue ich mich sehr. Mein lieber D. Nicola, ist es wirklich unmöglich, die Expedition an die Küsten des Nahen Ostens zu unternehmen, um fünfhundert Seelen loszukaufen? Ich bin ganz ungeduldig, Sie in Verona mit D. Biagio zu treffen, um darüber zu sprechen.


[684]

Die Patres Girelli und Tomelleri vom Orden des Hl. Kamillus von Lellis aus Verona brauchen wegen heiligen Angelegenheiten ihrer Kongregation eine Möglichkeit, mit dem Kardinalvikar, Seiner Eminenz Patrizi, zu sprechen. Ich glaube, dass der heilige Purpurträger wenigstens einen Einfluss auf die hl. Kongregation der Bischöfe und Ordensleute hat. Deshalb würde ich Sie, die das rechte Auge seiner Eminenz sind, bitten, die beiden guten Patres Seiner Eminenz dem Kardinalvikar vorzustellen. Einer von den beiden ist Schüler meines Instituts. Da er den Ordensleuten sehr wohlgesinnt ist, wird er zum Wohl der Kongregation des Hl. Kamillus einen Beitrag leisten, die sich seit Jahren sehr zum Wohle der venetischen Provinzen engagiert. Während ich Sie bitte, diese beiden guten Patres Seiner Eminenz vorzustellen, bitte ich Sie auch, Don Biagio und die berühmte alte Heldin zu grüßen und die Gottesmutter um Hilfe für den anzuflehen, der sich in den Herzen Jesu und Mariens als ergebener Diener empfiehlt.

D. Daniel Comboni

Apostolischer Missionar

Herzliche Grüße von Don Nicola Mazza.


82
Madre Emilie Julien
0
Verona
8. 3.1862
[685]

ich hoffe, dass Sie meinen Brief aus Venedig und mein Foto erhalten haben und dass Sie Trost empfinden, den Grafen Thomas öfter in Ihrem Haus zu sehen. Ich hoffe auch, dass Sie fast ganz wieder hergestellt sind, und dass Sie im nächsten Herbst die Reise nach Jerusalem antreten können, um nach Rom noch als Generaloberin zurückkehren zu können. Ich hoffe auch immer noch auf Briefe von Ihnen.


[686]

Ich bitte Sie, meine Mutter, mir einen Gefallen zu tun: Die beiden Patres Girelli und Tomelleri (letzterer ist Alumne in meinem Institut) sollten der Kongregation der Bischöfe und Ordensleute vorgestellt werden. Könnten Sie diese beiden einem Ihnen befreundeten Bischof vorstellen, damit er ihnen in ihren Angelegenheiten helfe? Sie möchten die verschiedenen Niederlassungen von Venedig, die jetzt direkt von Rom abhängen, in einer Provinz vereinen, das heißt sie möchten eine Provinz errichten mit verschiedenen Häusern. Seien sie so gut und schicken Sie sie zu Bischöfen, die Sie kennen. Sie haben Erfahrung in diesen Dingen, da Sie ja schon so viele Niederlassungen besonders in Rom gegründet haben.

Entschuldigen Sie bitte, meine ehrwürdige Mutter; grüßen sie mir Schwester Sofia; grüßen Sie mir Msgr. Serra, den Bischof von Perth und beten Sie

für Ihren unwürdigen Diener

D. Daniel Comboni

 


83
Card. Antonio Cagiani
0
Verona
8. 3.1862

Nr. 83 (81) AN KARDINAL ANTONIO CAGIANI

APCV, 287/90

Verona, 8. März 1862

Erhabener Kirchenfürst,

[687]

die außerordentliche Güte, mit der Eure Eminenz mich im vergangenen Januar in Rom empfangen und sich mit großem Wohlwollen für die Klarissenschwestern der Anbetung [Suore Clarisse Sacramentine] von Verona eingesetzt hat, gibt mir den Mut, Eurer Eminenz die Kamillianerpatres Girelli und Tomelleri zu empfehlen. Sie wurden in Angelegenheiten ihrer Kongregation nach Rom geschickt. Sie möchten von der Hl. Kongregation der Bischöfe und Ordensleute die Vollmacht erhalten, die verschiedenen Ordensniederlassungen in Lombardo-Veneto, die jede einzelne für sich von Rom abhängt, zu einer Provinz zusammenzulegen. Sie wollen, dass sie unter der Leitung eines Provinzials, der vom Generalsuperior der Diener der Kranken in Rom abhängt, untereinander verbunden seien. Aus diesem Grund brauchen sie Orientierung, Empfehlungen und Hilfe.


[688]

Die Patres des Ordens des Hl. Kamillus von Lellis von Verona und unseren Provinzen, wie auch alle religiösen Vereinigungen des Veneto, sind ein Beispiel für alle. Sie halten sich nämlich streng an ihre Regeln. Aus Liebe zur Wahrheit muss ich Folgendes sagen: Wenn in Rom in einer religiösen Seele das leuchtende Licht der Vollkommenheit erstrahlt, so sieht man allgemein gesagt in unseren Provinzen des Veneto Ordensmänner und Ordensfrauen, die die Regeln mit größerer Vollkommenheit einhalten als in Rom und in anderen Provinzen Italiens, die ich fast alle besucht habe. Und deshalb wird das Werk, das Eure Eminenz mit Rat und seiner Schirmherrschaft unterstützt, auf hervorragende Weise belohnt mit der Zufriedenheit, die sich aus dem Bewusstsein ergibt, dass sich Eure Eminenz für eine Vielzahl von gerechten und heiligen Seelen einsetzt, die unser Land mit Wohltaten erfüllen und in zahlreichen Krankenhäusern einiger Städte in Lombardo-Veneto viel Gutes getan haben. Ich empfehle deshalb diese guten Kamillianerpatres der väterlichen Fürsorge Eurer Eminenz im festen Vertrauen, dass es ihnen durch Ihre Ratschläge und Ihre Hilfe gelingen werde, ihre edlen Ziele zu erreichen.


[689]

Die Generalsuperiorin der Klarissen von der Anbetung in Verona, die ich gestern besucht habe, entbietet Ihnen hochachtungsvolle Grüße. Ich bitte Sie um Entschuldigung, wenn ich es gewagt habe, zu Gunsten dieser meiner Freunde bei Eurer Eminenz vorstellig zu werden, denn Sie sind in diesen Dingen sehr erfahren. Während ich demütig Ihren hl. Purpur küsse, bin ich in den Herzen Jesu und Mariens

Eurer Eminenz ergebener und unwürdiger Diener

Daniel Comboni

Apostolischer Missionar von Zentralafrika
 


84
Don Luigi Fratini
0
Verona
8. 3.1862

Nr. 84 (82) AN DON LUIGI FRATINI

PVC, 287/93

Verona, 8. März 1862

Mein lieber Don Luigi,

[690]

Ihr werdet mir sagen, dass ich nachlässig sei, weil ich Euch nie schreibe. Ja, Ihr habt Recht. Aber ich werde meine Nachlässigkeit bald gutmachen, und Ihr werdet es auch tun. Der Anlass meines kurzen Briefes ist Folgender: Ich möchte Sie bitten, wenn es möglich ist, so wie Ihr es mir getan habt, den beiden Überbringern dieses Briefes, nämlich den Kamillianerpatres P. Girelli und Tomelleri, meinen Freunden, die Wunderwerke Roms zu zeigen. Ich empfehle sie Eurer Freundlichkeit. Erinnert Euch an mich. Grüßt mir bitte herzlich alle Mitglieder des Hauses Carpegna und denkt an mich.

Euer ehrlicher Freund

Don Daniel Comboni M. A.

Meine aufrichtigen Grüße an Msgr. Besi.

Das großartige liturgische Gewand, das Österreich Papst Pius IX. geschenkt hat, wurde auf einen Wert von 36.000 Scudi geschätzt. Es wurde von den Mädchen meines Instituts hergestellt. Daran haben auch die schwarzen Mädchen mitgewirkt. Wenn Ihr hingeht, um es Euch anzusehen, werdet ihr ein großartiges Werk der Stickkunst bewundern können.


 


85
P. Germano Tomelleri
1
Verona
14. 4.1862

Nr. 85 (83) AN P. GERMANO TOMELLERI

APCV, 287/93 bis

[Eine kurze Notiz.]   14. April 1862

86
Card. Alessandro Barnabò
0
Verona
17.4.1862

Nr. 86 (84) AN KARDINAL ALESSANDRO BARNABò

AP SC Collegio Africano, Verona

Verona, 17. April 1862

Erhabener Kirchenfürst,

[691]

der Kanoniker Msgr. Polidoro, jetzt Erzpriester der Kathedrale von Verona, ehemaliger Beichtvater Ihrer Majestät I.R.A. Kaiserin Marianna von Österreich, unter uns genannt S. Liguori di Verona, ist gegenwärtig in seinem Alter von 75 Jahren an einem langen chronischen Leiden erkrankt, das ihn in wenigen Monaten ins Grab bringen muss. Dem Heiligen Stuhl und dem Heiligen Vater fromm ergeben, möchte er gern einen besonderen Segen des höchsten Hirten der Kirche erhalten. Er wandte sich an mich mit der Bitte, ihn zu besuchen, um den rechten Weg zu finden, um ihm diese angenehme Genugtuung zu bereiten. Aus diesem Grund wage ich es, Eure Eminenz zu belästigen, damit Sie am Donnerstag, wenn Sie sich mit dem Hl. Vater treffen, ihn um einen besonderen Segen für Monsignore Polidoro bitten. Das wird dem im Alter vorangeschrittenen und schwerkranken Mann seine Schmerzen lindern. Wenn zu alldem Eure Eminenz noch einen Segen für das arme Institut Mazza erlangen könnte, würde das dem Institut wertvoller sein als all die Loblieder, die es von den Zeitungen erhält. Diese sind oft die Verbreiter von Lügen.

In Erwartung einer kurzen Nachricht der Ermutigung für unseren heiligen alten Freund, die uns ankündigt, dass der Hl. Vater ihm den Segen schickt, küsse ich den heiligen Purpur und erkläre mich in aller Hochachtung und als

Eurer Eminenz gehorsamer, ergebener und unwürdiger Sohn

D. Daniel Comboni
 


87
Contessa Ludmilla di Carpegna
0
Verona
1. 6.1862

Nr. 87 (85) AN GRÄFIN LUDMILLA DI CARPEGNA

AFC, Pesaro

Verona, 1. Juni 1862

Sehr verehrte Frau Gräfin,

[692]

meine Hand zittert noch ganz verkrampft, denn ich bin gerade von der Kanzel heruntergestiegen. Ich beeile mich aber, Ihnen diese Zeilen zu schreiben, um Ihnen meine große Überraschung, die lebendige Freude des Herzens, kundzutun über Ihren so wertvollen Brief vom 20. des Monats, den Sie mir aus Ihrem angenehmen Aufenthalt in La Vigna geschrieben haben. Um ehrlich zu sein, ich hegte nicht die leiseste Hoffnung, dass Sie die Zeit finden und die Absicht haben würden, mir zu schreiben, zumal Sie mir bereits gesagt hatten, dass Sie mit Ausnahme Ihrer Schwester und einigen anderen engen Verwandten niemandem schreiben würden. Ich halte nun Ihren lieben und wertvollen Brief in Händen. Er ist eine Fundgrube angenehmer Erinnerungen an die ganze liebe verehrte Familie Carpegna. Sie ist der Gegenstand so vieler Seufzer und süßer Emotionen. Ich versichere Ihnen, dass dieses Ereignis eine wahre Freude für mich ist. Ich werde nicht aufhören, Ihnen dafür zu danken. Ich werde wohl nie fähig sein, Ihnen meinen innigsten Dank auszusprechen.


[693]

Ich habe gehört, dass in der geliebten Familie ein schmerzhaftes Ereignis bevorsteht. Es handelt sich um die vorübergehende Trennung von meinem lieben und unschuldigen Pippo. Eine Trennung, die ich in meinem Herzen sehr stark verspüre, denn so lange er in Rom war, konnte ich hoffen, ihn öfter zu sehen. Wenn er aber in Belgien sein wird, habe ich vorerst keine Gelegenheit, ihn zu besuchen. Jedoch stelle ich mir vor, dass schließlich ein Ausflug nach Belgien wie ein Spaziergang der Gräfin von Vigna nach Sapienza wäre, was sie morgen tun werden, wie Sie mir in Ihrem Brief schreiben. Deshalb, wenn er für einige Jahre dort bleibt, wird das geliebte Herz, das alle Widerstände zu überwinden versteht, eine Gelegenheit finden, nach Belgien zu gehen und ihn zu umarmen. Inzwischen drücken Sie ihm an meiner Stelle zwei innige Küsse auf sein liebes Gesicht, indem sie ihm ankündigen, dass ich, sobald ich seine Adresse habe, ihm schreiben werde, um eine briefliche Korrespondenz zwischen mir und ihm aufzubauen. Ich sehne mich sehr danach, über alles, was ihn betrifft, informiert zu werden und ihm mitzuteilen, dass ich eine große Hochschätzung in meinem Herzen für ihn bewahre. Wenn ich Ihnen sagen würde, dass keine Stunde vergeht, in der ich nicht an alle Mitglieder Ihres Hauses denke, würde ich lügen. Immer und ohne Unterlass trage ich Sie in meinem Herzen, erinnere ich mich an alle, und bisweilen ohne es zu merken spreche ich von Ihnen mit denen, die mich umgeben, und finde dabei eine wahre Ermutigung und reichen Trost über unsere Entfernung hinweg beim Gedanken an Gott im heiligen Messopfer. Das habe ich noch an keinem Morgen unterlassen, wenn ich zum Altar trete.


[694]

Ja, der Gott des Friedens und der Barmherzigkeit wird nicht zögern, über die noble Familie den Balsam der Freude und der Einigkeit zu gießen. Er wird alle Wolken vertreiben, die der Feind des menschlichen Glücks über die Freuden einer Familie ausbreitet, die der besonderen Gunsterweise Gottes und der Gesellschaft würdig ist. Erheben Sie inzwischen Ihren Geist zur Ruhe, zur Hoffnung, zu den Fügungen jenes Gottes, der auf die vier Mitglieder der lieben Familie mit besonderem Wohlwollen und Liebe schaut. Ja, kein Gebet kommt aus meinem Herzen so spontan, so innig und voll des Trostes, als in den glücklichen Momenten, in denen ich jeden Morgen meinen Blick zu Gott erhebe, um dort den Treffpunkt zwischen mir und der immer geliebten Familie Carpegna zu finden, die mein ganzes Herz gefangen hält. Ich höre, dass Sie um den 12. des Monats herum mit dem Grafen und mit Guido nach Carpegna aufbrechen werden. O, mein Herz jubelt, denn damit kommen Sie in die Nähe von Verona, und das lässt mich hoffen, dass mir diese Nähe die Möglichkeit verschafft, einen Herbstausflug dorthin zu unternehmen. Denn groß ist die Sehnsucht, die in meiner Brust brennt, Sie alle zu sehen, um lange miteinander zu plaudern, mich Eurer Gegenwart zu erfreuen. Wer weiß, ob mir Gott nicht diesen Trost reserviert hat. Ich freue mich, von allen ein Wort zu hören, vor allem von den fünf lieben Mitgliedern der Familie. Dem gesegneten Guiducco, den ich nur flüchtig kenne. Ich werde ihm schreiben, dass ich mich danach sehne, von jedem ausführlich besondere Nachrichten zu erfahren. Es tut mir leid, dass Sie nach meiner Abreise aus Rom erkrankt sind. (Dies war vielleicht die schmerzhafteste Trennung in meinem Leben, mich von lieben Menschen zu verabschieden, was ich in gewisser Weise voraussah).


[695]

Ich hoffe, dass die Bäder von Rimini Sie ganz gesund werden lassen. Versuchen Sie, den kleinen Husten loszuwerden. Ich wüsste im Moment nicht zu sagen, ob es sich um eine leichte Reizung der Schleimhaut handelt oder ob es der Anfang einer leichten Lungenentzündung ist. Sorgen Sie für Heilung und schauen Sie besonders auf Ihre Gesundheit, die so wertvoll ist für die Familie und für die anderen. Und wie geht es meinem lieben Grafen Luigi? Sagen Sie ihm, dass ich ihn in guter Erinnerung habe und dass ich an ihn denke und ihn sehr schätze. Dafür habe ich gute Gründe. Ich liebe ihn mit ehrlichem Herzen. Wenn ich im Mai nicht so furchtbar stark beschäftigt gewesen wäre, hätte ich ihm geschrieben. Aber ich habe den heißen Wunsch, ihm bald zu schreiben. Grüßen Sie ihn mir, während ich für ihn bete. Im Übrigen geht es meinen Jungen und Mädchen gut, außer dem Luigi, der der Bevorzugte von Guido war, der, weil er zu schnell gewachsen ist, an Tuberkulose erkrank ist. Das wird ihn wohl ins Grab bringen. Heute Morgen habe ich Ihre Grüße meinem Superior ausgerichtet. Er dankt von ganzem Herzen dafür und erwidert sie aufrichtig. Er, der ein Heiliger ist, betet für Sie und die Familie Carpegna.


[696]

Obwohl sie sich in den ungünstigsten Perioden der schwierigen Zeiten befinden, geht es den 400 Mädchen gut. Auch den anderen 200 Jugendlichen meines Kollegs geht es gut. In Bälde werden sie in der Stadt ein Theaterlehrstück aufführen. Der Superior, bereits siebzig Jahre alt, lebt nur von wenigen Kräutern einmal am Tag, ohne jegliche Grundlage. Er verlässt sich nur auf die göttliche Vorsehung, und so leitet und versorgt er diese große Zahl von Personen. Er ist immer froh und gelassen und immer nahe dem Herrn. Im Moment habe ich noch keine Bestimmung erhalten. Deshalb hoffe ich, dass wir uns bald sehen werden. Das ist das Verlangen meines Herzens. Grüßen sie mir den Professor Mazzoni, den ich in angenehmer Erinnerung habe, und über dessen guten Ausgang seiner Operationen ich mich nicht wundere, nachdem ich seine Fähigkeiten und seine Offenheit bewundert habe, die aus ihm einen großen Chirurgen machen. Im Übrigen finde ich keine Worte, um Ihnen meine große Dankbarkeit zu bekunden bei dem Gedanken, dass Sie sich an mich erinnern. Ich schreibe Ihnen sicher bald wieder. Aber ich getraue mich nicht, Sie zu bitten, mir gelegentlich zu schreiben. Weit entfernt davon, Ihren Brief als zu lang zu empfinden, muss ich Ihnen sagen, dass ich sehr glücklich bin, wenn ich Ihre Zeilen vor mir habe, die ich wie einen wertvollen Schatz betrachte. Und je mehr ich dahinter Gottes Willen entdecke, umso lieber sind mir Ihre Zeilen, weil sie spontan und herzlich geschrieben sind. Ach, ich bitte Sie, froh und gelassen zu bleiben. Der trostvolle Gedanke, einen Gatten zu haben, der liebevoll für Sie sorgt, und zwei liebe Kinder, die Sie voll Liebe geboren haben und die so gut sind, und die Sie mehr als eine Mutter lieben, und für die Sie eine unvergleichliche Mutter sind, das ist wirklich ein Trost für Sie, der alle Trübsal zerstreuen sollte. Und das ist der Wunsch meines Herzens.


[697]

Im Mai habe ich 33 Ansprachen über die Muttergottes gehalten. Auf der einen Seite habe ich die Größe der Gottesmutter gepriesen und auf der anderen Seite habe ich beim Opfergang den vielen Zuhörern empfohlen, jeden Abend drei Ave Maria nach meiner Intention zu beten. Und diese meine Intention war für das leibliche und geistliche Wohlergehen der Familie Carpegna. Maria wird den Strom ihrer Segnungen und den Fluss des Friedens in das Herz der verehrten Gräfin Ludmilla, des Grafen Luigi und der ganzen lieben Familie leiten. Denken Sie immer an mich. Empfangen Sie meine wahre Hochachtung und Liebe, die von ganzem Herzen kommen.

Ihr ergebener

D. Daniel Comboni

Apostolischer Missionar


88
Contessa Ludmilla di Carpegna
0
Verona
4.7.1862

Nr. 88 (86) AN GRÄFIN LUDMILLA DI CARPEGNA

AFC, Pesaro

Verona, 4. Juli 1862

Sehr geehrte Frau Gräfin,

[698]

wie dankbar bin ich Ihnen für Ihren wertvollen Brief vom 1. dieses Monats. Sie kommen meinen Wünschen entgegen, indem Sie über sich und all die anderen Mitglieder der lieben Familie Carpegna berichten. Ich liebe diese Familie mehr als mich selbst. Ja, o sehr verehrte Frau Gräfin, jedes Mal, wenn Sie mir schreiben oder auch wenn mein lieber Guido mir schreibt, ist das für mich – das bekenne ich Ihnen – ein Ereignis, das mich durch und durch tröstet und alle Sorgen und Nöte vertreibt. Ich danke Ihnen von ganzem Herzen. Sie können sich gar nicht vorstellen, wie groß meine Liebe zu Ihnen und allen Mitgliedern der Familie ist. Ich versichere Ihnen, dass alle Gründe der Betrübnis, die gegenwärtig Ihre Seele bedrücken, und die Sie mir gütiger Weise offenbaren, direkt das Innerste meines Herzens erreichen. Ich möchte, dass diese Betrübnisse nicht nur geteilt werden (alle Widerwärtigkeiten, die Sie betreffen und das Haus der Carpegna, sind auch meine), sondern ich wäre glücklich, wenn ich sie alle auf mich nehmen könnte und nur ich allein sie spüren würde.


[699]

Stellen Sie sich vor, mit welchem Wohlwollen ich jeden Morgen beim Gebet und besonders bei der hl. Messe für Sie und Sie alle bete. Um die Wahrheit zu sagen und da ich die Dinge in Rom ein wenig kenne, bin ich überzeugt, dass Sie sehr richtig gehandelt haben, meinen lieben Pippo ins Kolleg nach Brüssel zu schicken. Sie haben als wahre christliche Mutter gehandelt, indem Sie das Opfer gebracht haben, sich von dem lieben Sohn aus Liebe für seine Zukunft zu trennen. Kompliment, Frau Gräfin. Wie freue ich mich, in Ihnen jene Großzügigkeit zu erkennen, die meine Wertschätzung und mein Wohlwollen in meinem Herzen für Sie noch wachsen lassen. Deshalb möchte ich den Herrn Grafen beglückwünschen, dem ich morgen schreiben werde. Ich bin davon überzeugt, deshalb seien Sie guten Mutes, denn Sie haben etwas Großartiges getan, und etwas so Großartiges im Hinblick auf die Hindernisse, die Sie zu überwinden haben. Zu gegebener Zeit werden Sie glücklich sein, die Früchte dieses großzügigen Opfers zu sehen.


[700]

Ich bitte Sie, mir die Adresse mitzuteilen, damit ich mit Pippo in Briefkontakt treten kann, denn ich möchte ihm gern jene Normen und Orientierungen mitteilen, die ihm helfen werden, in der Tugend zu wachsen und zum Schmuck der Familie und zur Ehre der Gesellschaft zu werden. In Klammern sage ich Ihnen (ich bitte sie darüber zu schweigen, denn das wird im Moment nützlich sein, und zu gegebener Zeit werden Sie die Erfolge sehen), dass ich im Briefkontakt mit Graf Luigi stehe und wir uns schon einige Briefe geschrieben haben. Beten wir also innig zu den heiligsten Herzen Jesu und Mariens (Ich wiederhole die Bitte, darüber zu schweigen, ich dürfte eigentlich nicht reden. Aber ich habe eine so große Hochachtung vor Ihnen, dass ich nicht befürchte, Sie würden das Geheimnis verraten). Mir tut es sehr leid für Ihre Schwester, die in Polen schwer erkrankt ist.


[701]

Heute Morgen habe ich die hl. Messe zu Ehren des Herzens Jesu für Sie gefeiert und werde von meinem Superior und frommen Seelen für die arme Kranke beten lassen. Wie immer es ausgehen mag, bleiben wir, o meine verehrte Frau Gräfin, dem Kreuze Christi verbunden. Beten wir zuerst, dass Gott ihre Seele segne und dann ihren Leib, immer bereit, das Opfer aus der Hand Gottes anzunehmen. Es freut mich, dass Sie mir von Ihrer Schwester Annetta, di Pélagie, Ihrem Bruder und all jenen erzählen, die durch Verwandtschaft oder Freundschaft mit Ihnen und der verehrten Familie Carpegna verbunden sind. Sie alle liebe ich wegen der Verbundenheit mit dem erhabenen Namen Carpegna. Ich bitte Sie, den Bruder, Pélagie, von mir zu grüßen und alle ihre vier lieben Kinder. Pélagie hat mir einmal nach meiner Rückkehr aus Rom geschrieben, und ich habe ihm einmal zu Ostern geschrieben. Danach hatte ich keine Nachricht mehr von den guten Polinnen. Bitte, grüßen sie mir alle. In einem Brief habe ich meine beiden Missionare gerügt. Ich hatte sie gebeten, gleich nach ihrer Ankunft in Rom Ihre Familie zu besuchen und mir dann zu schreiben. Diese beiden Schlingel haben zwanzig Tage lang gewartet, und dann haben sie mir auch nichts geschrieben, außer dass sie die Familie nur kurz gesehen hatten, ohne mich bei jemandem zu erwähnen. Auch deshalb war ich sehr niedergeschlagen. Aber ich muss Ihnen dankbar sein, Frau Gräfin. Sie haben mir einen großen Trost bereitet, indem Sie mir von sich und den anderen berichtet haben. Guido, der kleine Schlingel, hat mir schon seit Monaten nicht mehr geschrieben. Er ist wirklich ein wenig grausam mit einem Freund, der ihn so sehr mag. Aber nach all dem Rummel um die Abfahrt von Pippo will ich ihm meine Sorgen mitteilen. Aber lassen Sie uns jetzt etwas intimer reden.


[702]

Auch wenn ich nicht zehn Prozent von den Sorgen gekannt habe, die die verehrte Familie Carpegna bedrücken, ist die Liebe immer unruhig und schickt überallhin einen Strahl des Guten zu den geliebten Personen. Die innige Verbundenheit, sage ich Ihnen, hat mir die neunzig Prozent geoffenbart. Ich beziehe alles in meine Rechnung ein. Ich könnte wörtlich all das wiederholen, was mir von Ihnen und dem Grafen und Guido, von Pippo und D. Luigi vor meine Augen und meinen Geist trat. Ich sehe in der Familie beachtliche Schatten. Gott gibt Galle dem zu trinken, der selbst ganz glücklich sein könnte.


[703]

Beten wir Gottes Fügungen an. Aber unsererseits müssen wir alles, was unseren Frieden stören könnte, beseitigen. Ach ja, die verehrte Gräfin Ludmilla war jene, die den bitteren Kelch trank. Ich stelle mir das vor und stelle mir auch die heroische Haltung Ihrer Tugend vor und die Opfer, die Sie bringen mussten. Haben Sie Mut, meine liebe Gräfin. Jene Ängste, jene Sorgen und Schmerzen haben Sie nicht umsonst erduldet. Jene Sorgen sind jetzt von dem in Betracht gezogen, von dem sie beachtet werden mussten. Es ist unmöglich, dass so große Opfer und so viele Sorgen, die von Ihnen ertragen wurden, nicht gekrönt werden von einer Zeit des Friedens, von einem Strom des Trostes, der Sie erwartet. Also, haben Sie Mut, bleiben Sie gelassen, seien Sie immer frohen Mutes. Diese beiden lieben Söhne, die Sie mit grenzenloser mütterlicher Liebe lieben, müssen Ihnen in jedem leidvollen Moment ein Trost sein.


[704]

Der Herr Graf, kann ich mit Sicherheit sagen, kennt Ihre tugendhafte Haltung und weiß, dass Sie gelitten haben. Aber das mag genügen. Jetzt möchte ich aber nicht zu weit gehen. Bleiben Sie ruhig, froh, und denken Sie immer wieder einmal an Verona, wo man an einem bestimmten Ort von Ihnen spricht, von Guido und Ihnen, wie in Rom. Mancher meiner Freunde fragt oft nach der Familie Carpegna. Erinnern Sie sich meiner, Frau Gräfin, so wie ich mich immer Ihrer erinnere. Ich trage Ihren verehrten Namen und Ihr Bild in meinem Herzen. Beten Sie für mich. Gott sei der Treffpunkt zwischen Ihnen und mir und Ihrer Familie. Ich bitte Sie, schreiben Sie mir noch während ihres Aufenthaltes in Pesaro und lassen Sie mich wissen, wie viel Zeit Sie mit dem Grafen und mit Guido noch in Carpegna verbringen werden, damit ich meine Pläne machen kann. O wenn sie wüssten, wie sehr ich mich danach sehne, Sie zu sehen. Und wenn Sie im Herbst dort bleiben, ist es sehr wahrscheinlich, dass ich Sie eines Tages besuchen kann. Schreiben Sie mir, Gräfin, denn Ihre Briefe sind für mich wie echter belebender Balsam für meine Seele. Erinnern Sie Guido daran, dass ich ihm schreiben werde, nachdem ich dem Grafen geschrieben habe. Er möge nicht so knickerig mit Briefen sein, denn ich liebe seine Briefe nur allzu sehr. Wenn Sie an Pippo und den guten D. Luigi schreiben, grüßen Sie mir alle. Ich stelle mir vor, dass D. Luigi zur Ausstellung nach London reisen wird. Flüstern Sie ihm ins Ohr und empfehlen Sie ihm, bei seiner Rückkehr über Verona zu kommen, denn ich würde ihn gern treffen. Ein längeres Gespräch mit ihm könnte sehr nützlich sein für das, was mich in meinem Geist umtreibt.


[705]

Inzwischen schicke ich Ihnen, o Gräfin, meine Grüße. Genießen sie die Bäder und sorgen Sie dafür, dass sie Ihnen nützlich seien, um Ihre Gesundheit zu bewahren und wieder herzustellen. Vergnügen Sie sich, seien Sie fröhlich und guten Mutes. Grüßen sie mir Pippo und schreiben Sie mir und erzählen Sie mir von sich und Ihren Angelegenheiten, die ich auch als die meinen betrachte. Erzählen Sie mir von Guido und dem Grafen, die ich so gern habe und die ich jeden Tag in meinem großen Album betrachte, das ich drei- oder viermal am Tag öffne, um das Bild der ganzen verehrten Familie Carpegna zu betrachten.

Nehmen Sie meine von ganzem Herzen kommende Hochachtung und ehrliche Wertschätzung entgegen.

Ihr ergebener Diener

D. Daniel Comboni

Apostolischer Missionar

Nehmen Sie auch die ehrerbietigen Grüße meines Superiors entgegen, die er mir aufgetragen hat.

 


89
Contessa Ludmilla di Carpegna
0
Verona
1. 8.1862
[706]

während Sie sich noch in Pesaro aufhalten, möchte ich Ihnen noch einmal schreiben. Ich weiß ja, wie gern Sie meine Zeilen lesen. Ihren letzten wertvollen Brief habe ich am 19. des vergangenen Monats erhalten. Auf der einen Seite hat er mich mit großer Freude erfüllt, aber auf der anderen hat er mich sehr traurig gestimmt. Ich sage Ihnen, dass ich einen sehr netten Brief aus Brüssel erhalten habe. Darin informiert mich mein lieber Pippo sehr ausführlich über seinen gegenwärtigen Zustand. Was für ein gutes Herz hat doch Ihr Sohn. Er teilt mir mit, dass er fleißig damit beschäftigt ist, Gutes zu tun. Er bemüht sich, seinen geliebten Eltern Trost zu spenden. Er ist emotional mit seiner Familie so tief verbunden, dass ihn alles andere langweilt. Er lebt fast immer zurückgezogen, fest vertieft in seine Studien, um mit einem erfolgreichen Abschluss den Bemühungen seiner geliebten Eltern zu entsprechen. Er bittet mich, Papa und Mama ab und zu mit einem Brief zu trösten. Und da Papa dagegen war, möchte er ihm mit einem erfolgreichen Abschluss Trost und Dank spenden, zumal er sich schwergetan hat, seine Zustimmung zu geben. Gott segne diesen guten Sohn und segne den überaus guten D. Luigi, der wirklich wie ein Vater für ihn sorgt. Als ich das erste Mal Post von D. Luigi erhielt, hat mich das mit großer Freude erfüllt. Daraus entnehme ich, dass er dieses Jahr in Brüssel bleiben wird. Mir kommt es vor, als sehe ich Pippo, wie er voll im Studium steckt, bemüht das Gute zu tun, so dass dieser Sohn, dessen vorübergehende Trennung viele Tränen gekostet hat, dem Herzen seiner guten Eltern ein reicher Trost sein wird und er seiner noblen Familie viel Ehre machen wird. Auf der anderen Seite scheint mir dieser Sohn ein so guter Kerl zu sein, dass er sich von nichts anstecken lassen wird, was es in einer Militärschule an negativen Dingen gibt. Umso mehr, als das Kolleg in Brüssel einen guten Ruf genießt.


[707]

Trösten Sie sich deshalb damit, meine gute Gräfin, dass Ihr Opfer dieser Seele Glück und Wohlergehen bringen wird. Ich muss dann auch den guten Teil erwähnen, den dabei der Herr Graf hat. Er wollte auf keinen Fall seine Zustimmung geben, und doch hat er sie gegeben. Er klagt, schimpft, protestiert, lässt ihn aber nach Brüssel gehen. In gewissem Sinn fügt er sich dem Willen der anderen. Andere, die ihn nicht gut verstehen, hätten an ihrer Meinung festgehalten und hätten ihre Zustimmung versagt. Aber der Herr Graf hat nachgegeben. Und darin hat er gezeigt, dass er ein Mensch ist, der Opfer bringen kann. Poverino [Armer Kerl]! Ich verstehe sein ganzes Bemühen, das er aufgewandt hat. Ich hoffe, er hat sich jetzt beruhigt. Mir scheint, wenn es keine anderen Gründe gibt, müssten das vorbildliche Benehmen des Sohnes, seine echte Liebe und sein Eifer für das Studium und sein Verlangen, den Opfern der Eltern zu entsprechen, genügen, um den Vater zu trösten. Ich habe Vertrauen, dass Ihnen die Bäder gut getan haben, und dass der Herbst Ihre Gesundheit stabilisieren wird. Sie werden getröstet sein durch die Präsenz meines lieben Guido, der mit seiner sprühenden Fantasie von den Ufern des adriatischen Meeres einen Blick auf das stürmische Meer von Albanien werfen wird. Dort gerieten wir letztes Jahr in einen mächtigen Seesturm, der uns zwang, in Korfu Zuflucht zu suchen. Ich sehne mich danach, einige Tage in Carpegna verbringen zu können, aber es ist noch nicht ganz sicher.


[708]

Ihre freundlichen Ermutigungen lassen mich fliegen. Ich bin ungeduldig, Sie alle drei sehen zu dürfen. Auf alle Fälle werde ich mein Möglichstes tun, damit mir der Superior die Erlaubnis dafür gibt. So oder so, ich möchte nach Carpegna kommen. Und wenn alle Stricke reißen, denke ich daran, mir vierzehn Tage zu nehmen, die uns als Heimaturlaub zustehen, und in die Berge von Urbino und Maceratinani zu gehen. Meine Heimat in der Lombardei, am Gardasee, hat mich schon im vergangenen Herbst zu Besuch gehabt, wo ich die heiligen Volksmissionen gehalten habe. Meinen Papa, das einzige, was mich in die Heimat zieht, hatte ich bereits für zwanzig Tage im vergangenen Juli im Kolleg. Also hoffe ich, eine rasche Fahrt nach S. Arcangelo zu arrangieren und über S. Marina auf die Berge zu steigen. Mir geht es sehr gut. Ich bin sehr beschäftigt. Außer der Korrespondenz mit den Missionen, dem Predigen, dem täglichen Unterricht in Arabisch habe ich verschiedene philanthropische Verpflichtungen. In der vergangenen Woche hat mir Gott durch einen Brief, den ich an den Kaiser von Österreich geschrieben habe, die Gnade erwiesen, zwei unschuldig verurteilte Gefangene aus dem Gefängnis zu befreien. Beten Sie für mich, Frau Gräfin. Sie haben einen festen Platz in meinen Gebeten, in meinem Herzen. Inmitten aller meiner Beschäftigungen bestand für mich die größte Ermutigung im Empfang Ihrer Briefe und jener von Guido, von Pippo und von D. Luigi. Ich erhalte fast jeden Tag Briefe aus allen vier Erdteilen. Ich weiß, dass es viele Menschen gibt, die mich mögen, besonders in Verona. Aber mein Herz ist immer tief verbunden mit der guten Familie Carpegna. Und ich weiß nicht warum. Denken Sie an mich.

Ihr ergebener

D. Daniel Comboni

Empfangen Sie auch die Grüße meines Superiors, der für Sie betet.


 


90
Presidente Società di Colonia
0
Verona
1. 8.1862

90 (88) AN DEN PRÄSIDENTEN DES KÖLNER VEREINS

FÜR DEN LOSKAUF VON AFRIKANISCHEN KINDERN

Jahresbericht des Vereins zur Unterstützung

der armen Afrikanerinnen 12 (1062) S. 46-48

Verona, 1. August 1862

Sehr geehrter Herr,

[709]

die göttliche Vorsehung, die jene nicht verlässt, die auf sie vertrauen, hat es gefügt, dass ich von der Existenz eines frommen Vereins in Köln am Rhein erfuhr, der sich zum Ziel gesetzt hat, das missionarische Werk des Loskaufs, der Erziehung und der schulischen Förderung armer afrikanischer Kinder zu fördern und zu unterstützen. P. Lodovico da Casoria in Neapel wie auch der Präsident des Marienvereins in Wien, Herr Dr. Fr. von Hurter, waren jene, die mich darauf aufmerksam machten. Nach meiner Rückkehr aus Zentralafrika wurde mir die Leitung des Bereiches des Mazza-Instituts anvertraut, in dem afrikanische Kinder eine Schulausbildung erhalten.


[710]

Hochwürden Don Nicola Mazza hat vor fünfzig Jahren (siehe ausführlichere Information in unserem Jahresbericht) ein Institut gegründet für begabte Kinder mit moralisch einwandfreiem Verhalten aus armen Familien, um sie zu geeigneten Priestern für den Dienst der Kirche oder fähigen Männern für die Gesellschaft auszubilden. Diesem Institut wurde eine zweite Einrichtung von Don Mazza hinzugefügt. Es handelt sich um ein Haus, das als Zuflucht für jene jungen Mädchen dienen sollte, die ohne Schutz der menschlichen Gesellschaft in Gefahr sind, ihre Unschuld zu verlieren. Sie sollen mit allem Respekt zu tüchtigen Frauen für das alltägliche Leben erzogen werden. In diesen beiden Instituten befinden sich gegenwärtig getrennt untergebracht 600 Kinder. Die beiden Einrichtungen haben keine finanziellen Mittel, und Don Mazza überlässt sich jeden Tag der göttlichen Vorsehung. Im Jahre 1849 fügte er diesen Einrichtungen noch eine dritte hinzu für die Ziele der Mission von Zentralafrika. Er selbst übernahm den Unterhalt, die Erziehung und den Unterricht einer gewissen Zahl von losgekauften schwarzen afrikanischen Kindern [Anmerkung: Comboni nennt sie der damaligen Zeit entsprechend Negerkinder]. Nach dem Plan von P. Lodovico da Casoria sollten sie später für die Bekehrung ihrer eigenen Landsleute in Afrika eingesetzt werden.


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Im Moment haben wir nur zwölf schwarze Jungen, die ich selbst im vergangenen Jahr an der Küste von Sansibar (Ostküste Afrikas) und in Aden losgekauft habe. Außerdem haben wir dreizehn schwarze Mädchen, die aus Ägypten zu uns gebracht wurden. Dieses afrikanische Institut ist jetzt mir zur Leitung und Verwaltung anvertraut worden. Ich weiß kaum, wie wir von Tag zu Tag über die Runden kommen sollen, zumal durch die unglücklichen Kriegsjahre die Geldquellen überall immer schwächer sprudeln. Aus diesem Grund wage ich es, mit äußerstem Nachdruck den Vorstand des Kölner Vereins zu bitten, mir neue Hilfen zukommen zu lassen. Ich weiß, mit welcher Großzügigkeit sie jedes Jahr P. Lodovico und P. Olivieri unterstützen. Beide sind meine Freunde, und mit ihnen habe ich in Neapel, in Rom und in Ägypten zusammen gelebt. Ich wende mich also an Ihren frommen Verein, denn ich befinde mich in einem beklagenswerten [finanziellen] Engpass.


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Ehe Sie mich jedoch für würdig halten, Hilfe zu empfangen, holen Sie doch bitte Informationen über meinen Kontostand ein beim Präsidenten des Marienvereins, dem Herrn Dr. von Hurter, bei seiner Eminenz, dem Kardinal Barnabò, dem Präfekten der Kongregation der Propaganda Fide oder bei P. Lodovico, dem ich schon einige Mal schwarze Kinder zugeführt habe, oder auch bei Hochwürden Nicola Olivieri und dem Hochwürden Provikar Matthäus Kirchner. Mit ihm zusammen habe ich als apostolischer Missionar die Reise ins Innere Afrikas unternommen.

Gott möge meine Bitten erhören etc.

Don Daniel Comboni

Apostolischer Missionar

Direktor des Collegio Mazza per i Neri