Donnerstag, 1. Oktober 2015
„Bevor ich Euch nun segne, möchte ich etwas sagen, das hier nicht aufgeschrieben ist (im Manuskript des Papstes – Anm.), aber in meinem Herzen ist: Ich hegte immer, immer schon eine große Bewunderung für Euch – und ich möchte es ausdrücklich sagen – aufgrund der Arbeit, welche Ihr verrichtet und für die Risiken, die Ihr eingeht. Ich habe immer eine große Bewunderung für Euch gehabt. Danke!“, sagte Papst Franziskus.

 

Adresse
des Hl. Vaters Franziskus
An das XVIII Generalkapitel
der Comboni-Missionare
vom Herzen Jesu

Sala Clementina
Donnerstag, 1. Oktober 2015

Liebe Brüder,
ich grüße Euch recht herzlich, beginnend mit dem Generaloberen. Diese Audienz findet im Kontext Eures General-Kapitels statt. So habe ich die Möglichkeit, Euch und der ganzen Kongregation den Dank der Kirche für Euren großzügigen Dienst am Evangelium zu überbringen.

Ihr werdet Comboni-Missionare vom Herzen Jesu genannt und Ihr seid es auch. Ich möchte mit Euch über diese Worte, die Euer Name und Eure Identität bedeuten, nachdenken.

Missionare: Ihr seid Diener und Boten des Evangeliums – vor allem für die, welche es nicht kennen oder es vergessen haben. Am Anfang Eurer Sendung gibt es ein Geschenk: Es ist die freie Initiative der Liebe Gottes, der einen zweifachen Ruf an Euch ergehen ließ, nämlich mit ihm zu sein und auch hinaus zu gehen, um das Evangelium zu verkünden (vgl. Mk 3,14). Grundlage für all das ist die persönliche Beziehung mit Christus, die ihre Wurzeln in der Taufe hat und für manche bei der Priesterweihe gekräftigt wurde. So können wir mit dem Apostel Paulus sagen: „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir (Gal 2, 20). Dieses Leben mit Christus bestimmt unser ganzes Sein und unser Tun. Es wird vor allem beim Gebet erfahren und entfacht, durch das Bleiben im Herrn sowie durch Anbetung, im Dialog von Herz zu Herz mit ihm.

Es ist in der Zeitspanne des Gebetes, dass wir den wahren „Schatz“ entdecken (Lk 12,34), den wir unseren Brüdern und Schwestern durch die Verkündigung des Evangeliums anbieten. In der Tat, macht sich der Missionar zum Diener von Gott-der-spricht. Dieser will zu den heutigen Männern und Frauen sprechen wie einst Jesus in seiner Zeit zu ihnen sprach. Er eroberte die Herzen der Menschen, die von überall zu ihm kamen, um ihm zuzuhören (vgl. Mk 1, 45) und erstaunt waren, wenn sie ihm zuhörten (vgl. Mk 6,2). 

Diese Zusammengehörigkeit der Mission ad Gentes zum Wort Gottes passt nicht in die Ordnung von „tun“ als vielmehr in die Ordnung von „sein“. Um authentisch zu sein, muss Mission auf die Gnade Christi hinweisen und diese in die Mitte stellen. Es ist die Gnade, welche vom Kreuz fließt. Jemand, der an Christus glaubt, kann ebenfalls das Wort Gottes weitersagen. Es ist ein Wort, das belebt, unterstützt und das Engagement eines Missionars Früchte hervorbringen lässt.      

Deshalb, liebe Brüder, müssen wir uns immer vom Wort Gottes nähren, um sein gläubiges Echo zu sein, es mit der Freude des Hl. Geistes empfangen und zu verinnerlichen, um es wie Maria zum Fleisch von unserem Fleisch zu machen (vgl. Lk 2,19. Im Wort Gottes befindet sich die Weisheit, die von oben kommt und es uns erlaubt, geeignete Sprachen, Einstellungen und Werkzeug zu sein, um den Herausforderungen einer sich verändernden Menschheit zu begegnen.  

Als Comboni-Missionare vom Herzen Jesu tragt Ihr zur Freude der Mission der Kirche bei. Außerdem seid Ihr Zeugen des Charismas des Hl. Daniel Comboni. Er hat einen strategischen Punkt in der barmherzigen Liebe des Herzens Jesu für die hilflose Menschheit gefunden.

In diesem Herzen ist die Quelle des Erbarmens, das rettet und Hoffnung schafft. Als für die Mission gottgeweihte Personen, seid Ihr berufen, den demütigen und barmherzigen Gott nachzuahmen sowie Euren Dienst mit einem demütigen Herzen zu verrichten, indem Ihr Euch um die Verlassensten unserer Zeit kümmert. Hört nicht auf, vom heiligen Herzen die Demut zu erbitten, welche als Tochter der Nächstenliebe geduldig ist, alles erträgt, alles erhofft und erträgt (vgl. 1 Kor 13,4-7).

Es ist die Zärtlichkeit im Blick Jesu, der auf Petrus in der Nacht des Gründonnerstags  gerichtet ist (vgl. Lk 22,61) und als er Thomas mit dessen Zweifel einlud, seine Hand in das durchstochene Herz zu legen (vgl. Joh 20,27). Dort, von diesem Herzen her, lernen wir die Zärtlichkeit, die wir benötigen, um mit apostolischem Tun umzugehen, sogar in schwierigen und widrigen Umständen. Das Herz, das die Menschen so geliebt hat, drängt Euch hinaus zu den Rändern der Gesellschaft, um dort mit Ausdauer Zeugnis für eine geduldige und gläubige Liebe zu geben.

Durch die Betrachtung des verwundeten Herzens Jesu möge das Leiden für die Menschen unserer Zeit stets in Euch erneuert werden. Es ist ein Leiden, das seinen Ausdruck in der unentgeltlichen Liebe durch ein solidarisches Engagement findet – vor allem den Schwächsten und den Notleidenden gegenüber. Damit werdet Ihr fähig sein, Euch weiterhin für Gerechtigkeit und Frieden sowie für Respekt und Würde eines jeden Menschen  stark zu machen.

Liebe Brüder, I hoffe, dass Eure tiefgehende Reflexion dieser Tage über die Themen des Kapitels den Weg Eurer Kongregation in den kommenden Jahren erleuchte. Sie möge Euch helfen, Euer großes Erbe an Spiritualität und missionarischem Tun, mehr und besser zu entdecken. Ihr könnt also mit Zuversicht Eure geschätzte Zusammenarbeit in der Mission der Kirche weiterführen.

Möge das Beispiel so vieler Mitbrüder, die ihr Leben fürs Evangelium hingegeben haben und fürs höchste Blutzeugnis bereit waren, Euch Inspiration und Ermutigung sein. Es ist ja allgemein bekannt, dass die Geschichte der Kongregation der Comboni-Missionare von einer ununterbrochenen Reihe von Märtyrern bis in unsere Gegenwart herein gekennzeichnet ist. Sie sind fruchtbare Körner für die Aussaat des Reiches Gottes. Und sie sind Beschützer Eures apostolischen Einsatzes.

Ich erbitte für Euch und für alle Comboni-Missionare vom Herzen Jesu den Schutz von Maria, Mutter der Kirche und Mutter der Missionare.

Bevor ich Euch nun segne, möchte ich etwas sagen, das hier nicht aufgeschrieben ist (im Manuskript des Papstes – Anm.), aber in meinem Herzen ist: Ich hegte immer, immer schon eine große Bewunderung für Euch – und ich möchte es ausdrücklich sagen – aufgrund der Arbeit, welche Ihr verrichtet und für die Risiken, die Ihr eingeht. Ich habe immer eine große Bewunderung für Euch gehabt. Danke!