In Pace Christi

Duffin Charles

Duffin Charles
Geburtsdatum : 28/12/1930
Geburtsort : Glengarnock/GB
Zeitliche Gelübde : 09/09/1950
Ewige Gelübde : 25/03/1955
Datum der Priesterweihe : 26/06/1955
Todesdatum : 21/12/2010
Todesort : Kilmarnock/GB

P. Charles kam in Glengarnock, einer kleinen Ortschaft im Norden von Ayrshire, Schottland am 28. Dezember 1930 zur Welt. Er und seine Schwester Agnes waren die einzigen Kinder der Familie. Der einmal wohlhabende Ort befand sich in der Nähe eines kleinen Stahlwerkes, das Arbeit suchende Leute anzog.

Schon bald wurde man auf den lebendigen und intelligenten Buben aufmerksam. In der Volksschule machte er gute Fortschritte. Die Oberstufe besuchte er bei den Jesuiten in Glasgow und musste jeden Tag von seinem Heimatdorf nach Glasgow fahren und wieder zurück.

Mit 18 Jahren und nach der Pflichtschule entschloss sich Charles, ins Ausland, das heißt nach England zu gehen, wo er ins Noviziat der Comboni-Missionare von Sunningdale, in der Nähe von London eintrat. Sein Eintritt ins Noviziat bedeutete einen Wendepunkt in der Entwicklung der London Provinz, welche die seinige werden sollte. Charlie war nämlich der erste Schotte, der sich der Kongregation anschloss und seinen Ausbildungsweg in Sunningdale begann. Dieses Haus war vom Militär beschlagnahmt worden und wurde erst damals der Kongregation zurückgegeben (mehr als drei Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkrieges).

Der Ausbildungsweg von P. Charlie dauerte sieben Jahre: zwei Jahre Noviziat (1950 legte er seine erste Profess ab), ein Jahr Philosophie (immer in Sunningdale) und vier Jahre Theologie in Venegono. 1955 legte er die ewigen Gelübde ab und wurde im selben Jahr zum Priester geweiht.

Unmittelbar nach der Priesterweihe wurde P. Charlie nach Uganda versetzt, wo er die folgenden zehn Jahre (1955-1965) auf den Missionsstationen von Ngeta, Kangole (eine erst errichtete Mission) und Aliwang verbrachte. Die Schwierigkeiten und Mühen, die die Missionare auf sich nehmen und gemeinsam tragen mussten, waren groß. P. Charlie staunte selber darüber, wenn er später davon erzählte. Eine seiner besonderen Fähigkeiten, von der er aber nie sprach, war sein angeborenes Sprachentalent. Seine Kenntnisse der Acholi, Lango und Karimojong Sprachen wurden oft kommentiert. Auch seine italienisch, französisch und spanisch Kenntnisse sollen sehr gut gewesen sein.

Die folgenden zehn Jahre (1966-1976) seines Priesterlebens gehörten der nördlichen Hemisphäre. Schottland: er war bei der Gründung des Seminars von Dumfries dabei (nicht weit entfernt von seiner Heimat); USA: er gehörte zur Gemeinschaft von Montclair und besuchte von dort aus die Universität Notre Dame; England: Lehrer im provinzeigenen Knabenseminar; Rom: Übersetzung ins Englische von Dokumenten der Kongregation. Im Verlauf der letzten zwei Jahre begann seine Gesundheit nachzulassen und er musste dieses Kreuz bis zu seinem Lebensende tragen.

Während der folgenden 17 Jahre (1976-1992 einschließlich) wirkte P. Charlie in Mexiko (Santa Rosalia, Ciudad Insurgentes, La Paz-Corazón de María und Casa San Daniel Comboni, ebenfalls in La Paz) und fünf Jahre in der London Province. Gerne sprach P. Charlie von seiner Missionsarbeit in Mexiko. Er betonte oft, dass die Mission von Niederkalifornien genau so anspruchsvoll sein konnte, wie jene in den schwierigsten Gegenden Ostafrikas. 

1992 kehrte P. Charlie wegen seines schlechten Gesundheitszustandes endgültig in die Heimat zurück. 1996 hatte sich sein Zustand so verschlechtert, dass er Dauerpflege und ständige ärztliche Beobachtung  brauchte. Die beste Lösung für ihn war es, bei seiner Schwester Agnes, einer pensionierten Lehrerin zu wohnen und in der Pfarrei Aushilfe zu leisten, soweit es ihm möglich war, aber weiterhin zur Gemeinschaft von Glasgow zu gehören. Fast vier Jahre lang war P. Charlie ans Haus gebunden. Anfangs Dezember erlitt er einen neuen Hirnschlag. Er verschied am 21. Dezember 2010 im Beisein von seiner Schwester Agnes im Krankenhaus von Kilmarnock.  
(P. Paul Felix)