P. Fabián ist am 10. Dezember 1970 in Ibarra (Ecuador) in einer einfachen Familie geboren, die die christlichen Werte sehr zu schätzen wusste. Rodolfo war immer stolz darauf, wie auch auf seine afroamerikanische Kultur. Er lernte die Comboni-Missionare in der Jugendgruppe „Un camino llamado amistad“ kennen. Im Alter von 18 Jahren wurde er ins Postulat aufgenommen. Die propädeutischen und philosophischen Studien absolvierte er an der Päpstlichen Katholischen Universität in Ecuador. Dabei hatte er erhebliche Schwierigkeiten mit abstrakten Themen. Seine Formatoren beurteilten ihn als guten, hochherzigen, hilfsbereiten Menschen, erfüllt von apostolischem Eifer. Sie empfahlen ihm aber, vor dem Eintritt ins Noviziat eine Zeit lang außerhalb des Seminars zu leben, um seine etwas zu idealistische Betrachtung seiner missionarischen Berufung zu prüfen und einige konkrete Schwierigkeiten im Gemeinschaftsleben zu korrigieren. Diese Auszeit erwies sich als positiv, und Rodolfo begab sich ins Noviziat von Huanuco (Peru).
Nach der ersten zeitlichen Profess am 1. Mai 1995 begann er in Rom das Theologiestudium. Noch vor der ewigen Profess erhielt er Sendung nach Mosambik, wo er seine Begeisterung als Missionar vor allem in der Begleitung junger Menschen und in der Ausbildung von Katechisten leben konnte.
Folgen wir jetzt den Worten von P. Claudio Zendron, der ihm durch Jahre hindurch in Freundschaft verbunden war. „Nach seinem dreijährigen Missionsdienst in Mosambik wurde er am 24. Februar 2001 zum Priester geweiht und kehrte dann für weitere zwei Jahre nach Mosambik zurück. 2003 wurde er in seine Heimatprovinz Ecuador zurückversetzt und wirkte dort in der Pfarrei El Carmen und begleite die dortigen zahlreichen christlichen Bauerngemeinden. Auch wenn sich bisweilen sein etwas kompromissloser Charakter zeigte, war er sehr großzügig und treu in seinem Dienst an den Menschen. Da er handwerkliche Fähigkeiten besaß, sorgte er dafür, dass die Kapellen als Zentren der Evangelisierung immer in ordentlichem Zustand gehalten wurden. Dafür bat er auch die örtlichen Behörden und selbst den Bürgermeister um Hilfe. Die Leute mochten ihn. Auch wenn es bisweilen Auseinandersetzungen gab, hat sie sein Tod hart getroffen. P. Rodolfo hat sich für die Armen eingesetzt, sich mit ihnen solidarisch gezeigt, auch als sie unbewohntes Land besetzten, um Wohnungen für die Ärmsten der Gemeinde zu bauen. Die Orte Puerta de Oro, Unidad de Palma Sola und Paraiso Pita danken ihm heute noch für seinen Einsatz.
Dann wurde P. Rodolfo nach San Lorenzo (Esmeraldas) versetzt. Dort nahm er sich vor allem der Menschengruppen in den Stadtrandgebieten an, die in armseligen Holzhütten hausten. Er setzte sich auch für die heranwachsenden Jugendlichen ein, die keine Schule besuchten, damit sie wenigstens die allgemeinen Grundkenntnisse erwerben oder einen Beruf erlernen konnten, vor allem das Tischlerhandwerk. Aus diesem Grund ließ er sich selber als Automechaniker ausbilden, um die Jugendlichen auch in diesen Beruf einzuführen.
Von 2012 bis 2019 arbeitete er in Brasilien. Während seines Heimaturlaubs in Ecuador besuchte er die Familien seiner früheren Missionen und blieb oft einige Wochen bei ihnen, um die Kinder auf die Sakramente vorzubereiten. P. Rodolfo hatte mir einmal anvertraut, dass er nach Erlangen seines Diploms ein Stipendium gewonnen hatte, um in Kuba Medizin zu studieren. Doch seine Liebe zur Mission und die Einladung von P. Raffaello Savoia, sich der Seelsorge unter seinem afroamerikanischen Volk zu widmen, bewogen ihn, sich für den Beruf als Comboni-Missionar zu entscheiden.“
P. Rodolfo ist am 22. Dezember 2019 im Alter von nur 49 Jahren ganz plötzlich an einer Lungenembolie in Quito gestorben.