P. Mario Mazzoni wurde am 28. November 1925 in Talamona geboren. Im Jahr 1937 zog seine Familie nach Appiano Gentile um. 1938 trat er in das kleine Seminar der Comboni Missionare in Rebbio di Como. Seine Studie setzte er fort in Brescia. 1943 trat er in das Noviziat der Comboni Missionare in Florenz ein. Die ersten zeitlichen Gelübde legte er am 15. August 1945 ab. In Rebbio di Como besuchte er das Lyzeum. Danach studierte er für kurze Zeit Theologie in Brescia und schloss diese in Venegono Superiore ab. Dort weihte er sein Leben am 22. September dem Herrn und der Mission durch die ewigen Gelübde. Am 19. Mai 1951 wurde er in Mailand zum Priester durch den SelIgen Kardinal Ildefonso Schuster.
In Lucca wurde er mit der Berufungspastoral in der ganzen Toskana beauftragt. In den vier Jahren in dieser Tätigkeit lernte er viele Pfarreien in dieser Region kennen.
Gegen Ende des Jahres 1955 riefen ihn seine Oberen nach Verona und beauftragten ihn, die Diözesanen Seminare zu besuchen. Damit wollte man in den zukünftigen Priestern den missionarischen Geist wecken. Die Enzyklika Fidei Donum des Papstes Pius XII. gab in jenen Jahren dem missionarischen Geist kräftige Impulse in der ganzen Kirche.
Zahlreiche Seminaristen würden sich für die missionarische Berufung entscheiden. Die Notwendigkeit, die Missionen in Afrika kennen zu lernen, führte P. Mario ab August 1957 nach Uganda. Das war eine sehr positive Erfahrung für seine Arbeit in der missionarischen Bewusstseinsbildung in den Seminaren in ganz Italien.
Ende 1962 erhielt er Sendung nach Ecuador. Die erste Mission war Quinindé. Dort lebten 90% der Afro-Amerikaner entlang der Flüsse. Sie arbeiteten in den Bananenplantagen. Am 10. März 1963 überlebte er auf wunderbarer Weise ein Schiffsunglück auf dem gleichnamigen Fluss. Aber der junge 28-jährige Comboni Missionar Br. Giovanni Piacqadio verlor dabei das Leben.
Im Jahr 1965 sandte ihn der Bischof von Esmeraldas auf die Missionsstation Muisne an der Küste des pazifischen Ozeans. Die Bevölkerung gehörte zum Stamm der Manabiten, jedoch gab es auch viele Afro-Amerikaner.
Im August 1966 bat ihn der Generalsuperior, nach Peru zu gehen, um mit den deutschen Comboni Missionaren zusammen zu arbeiten. Am 18. Oktober jenes Jahres landete er in Lima. Ihm wurde die Mission Yanahuanca anvertraut. Sie liegt 3.500 Meter über dem Meeresspiegel. Es handelt sich hier um ein Tal mit 45 Dörfern, die praktisch mehr als zehn Jahren seelsorglich nicht mehr betreut wurden. Er fand weder ein Haus zum Wohnen noch eine Kirche. Die Evangelisierung allerdings, vor allem in der Schule war viel freier als in Ecuador. Die Bevölkerung gehörte zum Stamm der Inkas und sprach Ketschua.
Nach sechs Jahren Missionseinsatz kehrte er 1968 zum Urlaub nach Italien zurück. Dabei unterbrach seine Reise in Bogota und nahm an dem Eucharistischen Kongress für ganz Latein-Amerika teil. Mit großer Begeisterung wurde Papst Paul VI. empfangen.
P. Mario kehrte nach Appiano Gentile zurück und wurde von zahlreichen Verwandten und Freunden empfangen. Anfang Oktober nahm er am Erneuerungskurs in Rom teil. Am Ende des Kurses 1969 wurde er zum Mitglied des Generalkapitels ernannt, das im Mai begann und am 8. Dezember desselben Jahres endete. Am 4. Februar 1970 reiste er erneut nach Peru. Dieses Mal mit dem Schiff Verdi. Dabei begleitete ihn eine Gruppe von jungen Leuten nach Genua. Am 24. Juni erreichte er den Hafen von Callao.
Sein Bestimmungsort war Lima. Der Kardinal vertraute ihm am Rande von Lima die Pfarrei 12 Apostel an, die ungefähr 30.000 Einwohner zählte. Es waren zehn Jahre der Seelsorge vor allem unter Jugendlichen und Familien, ohne dabei die missionarische Bewusstseinsbildung auf nationaler Ebene zu vernachlässigen.
Im Jahr 1979 führte ihn der Gehorsam nach Spanien, und zwar nach San Sebastian und ein Jahr später nach Madrid. Im Jahre 1981 ernannten ihn die Bischöfe Perus zum Nationalen Direktor der Päpstlichen Missions-Werke. Um den missionarischen Geist in der peruanischen Kirche zu fördern, lernte er durch diese Arbeit das ganze Land kennen. Allein der Küstenstreifen ist 2.500 Kilometer lang. Hinzu kommen die Anden und die endlosen Urwälder des Amazonas. Die peruanische Bischofskonferenz bestätigte ihn in diesem Amt für drei weitere Perioden bis 2001. 1991 organisierte er zusammen mit P. Romeo Balan den großen IV. Missionskongress.
Nachdem er das Amt des Direktors der Päpstlichen Werke abgegeben hatte, feierte er sein goldenes Priesterjubiläum in Appiano Gentile. Nach Peru zurückgekehrt, wurde er beauftragt, ein Missions-Zentrum in Trujillo zu eröffnen. 2006 wurde er für zwei Jahre in das Missionszentrum nach Santiago de Chile geschickt.
2012 kehrte er nach Lima zurück. Dort betätigte er sich in der MBB und Familien-Pastoral. Er kehrte nach Italien zurück und wurde der Hausgemeinschaft Rebbio (Como) zugeteilt. 2018 kam er zur ärztlichen Behandlung nach Mailand. Dort ist er dann am 29. Juni 2019 gestorben.
(Don Giuseppe, Pfarrer der Pfarrei S. Stefano, Appiano Gentile, Como).