Pater Luigi Sala (4.2.1933 – 23.2.2025)
Luigi wurde am 4. Februar 1933 in Azzano San Paolo, in der Provinz Bergamo, als Sohn von Antonio und Giacoma (von allen „Giacomina“ genannt) geboren. Luigi war Antonios erstes Kind, aber bei seiner Geburt hatte er bereits einen Bruder und sechs Schwestern zu Hause. Seine Mutter war mit Antonios Bruder verheiratet gewesen, von dem sie innerhalb weniger Jahre sieben Kinder zur Welt gebracht hatte. Nach dem frühen Tod ihres ersten Mannes heiratete sie ihren Schwager, der für alle sorgte. Nach Luigi wurden noch sieben weitere Kinder geboren.
Kurz nach Luigis Geburt zog die Familie nach Colognola, einem Stadtteil von Bergamo, wo Luigi die Grundschule besuchte. 1944 trat der Junge in die apostolische Schule der Comboni-Missionare in Crema ein, wo er die Mittelschule besuchte. Im September 1949 kam er zum Weiterstudium ins Knabenseminar nach Brescia. Pater Ernesto Calderola, Oberer des Seminars in Brescia, äußerte sich positiv über ihn: „Luigi ist schmächtig, aber von gesunder Konstitution. Er hat einen sehr lebhaften Charakter, wenn er auch manchmal etwas unbedacht ist. Er ist ernsthaft und erfüllt gewissenhaft seine Pflichten. Er hat einen starken Opfergeist und liebt seine Berufung.“
Im Oktober 1951 trat Luigi in Gozzano ins Noviziat ein. Am 9. September 1953 legte er seine ersten zeitlichen Gelübde ab. Die Jahre seines Philosophiestudiums verbrachte er im Mutterhaus von Verona. Das Theologiestudium absolvierte er in Venegono Superiore. Am 9. September 1959 legte er die ewige Profess ab. Am 19. Dezember empfing er von Kardinal Giovanni Montini, dem späteren Paul VI., die Diakonatsweihe, und am 2. April 1960 wurde er, ebenfalls von Kardinal Montini, im Mailänder Dom zum Priester geweiht. Er wollte sofort in die Mission gehen, doch seine Vorgesetzten schickten ihn als Lateinlehrer für die Schüler der ersten Klasse der Mittelschule nach Rebbio (Como).
Im Juni 1962 wurde er nach Ugandas versetzt und begann in der Region Arua seine Missionstätigkeit. Er wollte zuerst in England Englisch lernen, ging davon aus, dass er nach England gehen müsste, um Englisch zu lernen, doch Uganda bestand auf seiner sofortigen Abreise. Seine ersten Missionserfahrungen fielen mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil zusammen, das für alle einen echten Wendepunkt darstellte. Er betrachtete sich jedoch weder als vor- noch als nachkonziliär. Er lebte seine Missionsarbeit in seiner ganz persönlichen Weise. Er schrieb: „Ich liebe die Menschen. Ich fühle und verstehe, dass mein Missionarsleben in erster Linie darin besteht, mein Leben mit diesen armen Menschen zu teilen, mit ihnen unterwegs zu sein und ihre Probleme auf mich zu nehmen … Kurz gesagt: Missionar zu sein bedeutet, gemeinsame Sache mit den Geringsten zu machen, wie Comboni zu sagen pflegte.“
Luigi begann seine Tätigkeit in der Mission Warr-Zeu (1962–1968) als Hilfspriester. Anschließend zog er nach Pakwach, zunächst als Hilfspriester und dann als Pfarrer (1968–1976). 1970 machte er Urlaub in Italien und bat um die Teilnahme an einem Englischkurs in London, doch Kampala drängte ihn zurückzukehren, und so brach er den Kurs ab.
Anfang 1973 kehrte er für eine kurze Erholungspause nach Italien zurück. Nach einigen Monaten kehrte er nach Pakwach zurück und ließ seinen Vater krank zurück. Am 16. September 1973 starb sein Vater Antonio. Im Juni 1978 kehrte er wieder krankheitshalber nach Italien zurück. Im September kehrte er nach Warr-Zeu zurück, blieb dort aber nur etwas mehr als ein Jahr. Im Dezember 1979 wurde er Pfarrer von Parombo.
1982 wurde er in die italienische Provinz versetzt mit der Bitte, sechs Jahre seiner Provinz zu dienen. Doch nach etwas mehr als viereinhalb Jahren, im Mai 1987, wurde er unerwartet nach Uganda versetzt. Wieder einmal wurde ihm gesagt, er müsse so schnell wie möglich abreisen. Er hatte nie gut Englisch gelernt. Doch schließlich sprach er die verschiedenen Landessprachen wie die Einheimischen und lernte, „die hässlichen Szenen vor den Behörden oder in den Büros der Hauptstadt Kampala“ zu ertragen.
Ende 1987 war Pater Luigi in Uganda, wo er als Seelsorger der großen Pfarrei Angal zugeteilt wurde. Er besuchte Schulen (davon gab es viele in der Diözese), traf die Lehrer, organisierte Seminare und Kurse für die Leiter kleiner christlicher Gemeinden… Die Comboni-Missionare hatten auch eine wichtige Oberschule für junge Menschen gegründet. Pater Luigi bemerkte jedoch, dass etwas fehlte, und widmete sich mit ganzem Herzen einer neuen Aufgabe: Er gründete eine Berufsschule für junge Menschen, die Comboni Technical School.
In Bergamo und Umgebung kannte er Menschen, die bereit waren, sich einzusetzen. So begann er mit dem Bau, gründete und übernahm schließlich die Leitung der neuen Schule, die bald zu einem wichtigen Bezugspunkt für die jungen Menschen der Region werden sollte. Die technische Schule begann, Tischler, Elektriker, Maurer, Mechaniker… auszubilden. Er erklärte: „Wir müssen die handwerklichen Fähigkeiten und die Kreativität unserer jungen Leute fördern.“ Mit den hervorragenden Arbeitern, die die Schule absolviert hatten, baute er Kindergärten, Sportzentren … In der Maschinenbauabteilung begann er mit der Produktion von Rollstühlen für Behinderte, die in abgelegenen Gebieten wie Norduganda von großer Bedeutung sind. In Italien gründete Pater Luigi die Gruppe „Freunde Ugandas“. Jahr für Jahr unterstützten sie ihn bei den Bauarbeiten – bei der Erweiterung des Krankenhauses, der technischen Schule, der Kirche und anderer Gebäude in West Nile. Dutzende Handwerker, Fachleute und Techniker reisen regelmäßig aus Italien ab, um für kurze Zeit in Uganda zu arbeiten und sich den Projekten von Pater Luigi zu widmen. Im optischen Bereich sticht die Gründung optischer Labore (in Angal, Hoima und Arua) hervor, die von italienischen Optikern und von verschiedenen italienischen Unternehmen eingerichtet wurden: dem Institut für optometrische Wissenschaften in Mailand, der Federottica Nazionale und der Federottica Bergamo. Sie installierten die gespendeten Instrumente und nahmen sie in Betrieb.
Pater Luigi blieb bis Dezember 1996 in Angal und wurde dann für drei Jahre nach Parombo versetzt. Von November 1999 bis Dezember 2005 war er in Akanyo, bevor er in sein geliebtes Angal zurückkehren konnte, mit der Absicht, nie wieder wegzuziehen. Pater Luigi war erschöpft.
Er hatte ernsthafte gesundheitliche Probleme. Sein Herz machte ihm so zu schaffen, dass er Anfang 2012 gezwungen war, nach Bergamo zurückzukehren und sich in die Hände von Kardiologen zu begeben. Er blieb länger als üblich in Italien, da er angemessene Pflege und spezielle medizinische Untersuchungen benötigte. Er befürchtete, nie wieder gesund zu werden. Doch es gelang ihm, wieder nach Angal zurückzukehren. Im Juni 2014 erklärte er sich bereit, nach Opit zu gehen, zur ethnischen Gruppe der Acholi. Doch mit 81 Jahren fiel ihm der Wechsel der Sprachregion nicht leicht. Deshalb bat er, endgültig nach Italien zurückkehren zu dürfen.
Am 1. Juli 2015 wurde er die italienische Provinz versetzt. Nach einem kurzen Besuch in seiner Heimatstadt zog er sich in die Gemeinschaft von Brescia zurück, wo er am 2. April 2020 sein 60. Weihejahr feierte. Im Mai desselben Jahres übersiedelte er ins Ambrosoli-Zentrum in Mailand und im August 2022 ins Zentrum „Fratel Alfredo Fiorini“ in Castel d’Azzano (Verona).
Pater Luigi hatte nun die Fähigkeit verloren, sich zu bewegen, zu sprechen, mit anderen zu interagieren und Gedanken und Gefühle auszudrücken. Er blieb jedoch ruhig: Die völlige Abhängigkeit von anderen schien ihn nicht zu stören.
Gegen Ende 2024 wurde er so schwach, dass er ins Krankenhaus eingewiesen werden musste. Er schien sich etwas zu erholen und kehrte in die Gemeinschaft zurück. Am 23. Februar 2025 starb er friedlich, begleitet von seinen Mitbrüdern und dem Pflegepersonal.
Die Abschiedsmesse feierte Pater Giovanni Munari in Konzelebration mit mehreren Dutzend Mitbrüdern. In seiner Predigt meinte Pater Giovanni: „Wir wollen einen Mitbruder verabschieden und ihn der Barmherzigkeit unseres himmlischen Vaters übergeben, als Menschen, die schöne und tiefe Beziehungen zueinander leben, aber auch als Missionare, die ihr Leben für andere hingegeben und wenig oder nichts für sich selbst behalten haben, und als Christen, die glauben, dass der Tod nicht die endgültige Strafe für ein Leben voller Leiden ist, sondern ein Übergang zu etwas wahrhaft Großem“. Die Beerdigung fand am 28. Februar in Colognola statt. Anschließend wurde der Leichnam auf den Friedhof überführt, um neben seinen verstorbenen Angehörigen beigesetzt zu werden.