P. Giuseppe Laera war am 13. Dezember 1937 in Castellaneta, Provinz Taranto, geboren.
Er trat in das bischöfliche Seminar Leon XII in Conversano, Provinz Bari, ein, um Diözesan Priester zu werden. Eines Tages traf er P. Enrico Farè, der über die Notwendigkeit von Missionaren für Afrika sprach. Giuseppe bat um Aufnahme in das Noviziat der Comboni Missionare.
Nach den ewigen Gelübden, die er 1963 ablegte, wurde er nach Rom versetzt, um sein Theologiestudium zu beenden. Er erlangte 1964 das Lizenziat und wurde am 28. Juni 1964 in Verona vom Kardinal Gregorio Pietro Agagianian zum Priester geweiht. Gleich darauf ging er nach Venegono (Varese), um den Scholastikern Theologie zu dozieren.
Zwei Jahre nach dieser Lehrtätigkeit erhielt er 1966 die Erlaubnis, nach Brasilien auszureisen. Er wurde der HG von Ecoporanga, einer Stadt im Hinterland des Nordwestens des Bundeslandes Espirito Santo, das an Minas Gerais angrenzt, zugeteilt. Ein Jahr lang war er stellvertretender Pfarrer. In dieser Zeit gab es Probleme im Zusammenleben mit den Protestanten und sonstige religiöse Konflikte. P. Giuseppe stelle aber fest, in welcher Armut die Menschen dort lebten vor allem wegen fehlender Schulbildung und fehlender sozialer Strukturen. Für die Ausbildung der Kinder dieser ländlichen Gegend wurde eine Mittelschule gebaut. Außerdem entstand eine Kooperative für die Kaffeanbauer, die allerdings Höhen und Tiefen erlebte.
Nach Ecoparanga blieb P. Giuseppe ein Jahr lang in der Pfarrei São Mateus und ein Jahr in Nova Venecia als stellvertrtender Pfarrer bis 1969. In diesem Jahr wurde er zum Pfarrer der Pfarrei São Gabriel in Palha ernannt. Auch diese Pfarrei liegt im Bundesstaat Espirito Santo. Es war während seiner Tätigkeit in dieser Pfarrei, als die Praxis des „Zehnten“ (dezimo) eingeführt wurde. Hier handelt es sich um eine biblische Art des Verhaltens, um die Werke der Pfarrei zu unterhalten und sich an den gemeinsamen Gütern zu freuen. Sehr bald wurde diese positive Erfahrung von allen Pfarreien der Diözese São Mateus und fast von allen in Brasilien übernommen.
Im Jahre 1975 wurde P. Giuseppe nach São José do Rio Claro, in Mato Grosso gesandt (Land, das seit alten Zeiten den Indios der „Paresi“, der „Arino“, der „beico-de-pau“ und der „ribákta“ gehörte). Dort gab es eine Hausgemeinschaft der Comboni Missionare. Von der Pfarrei aus wurden im Umkreis von Hunderten von Kilometern dreißig Außenstationen gegründet. Die kleinen Gemeinden lagen meistens auf den großen „fazendas“ (Haziendas). Mit der wirtschaftlichen Entwicklung, die durch die Gründung der PROBOR entstand (Programma di stimolo alla produzione del caucciu nazionale) begann sich São José do Rio Claro in weniger als zehn Jahren zu einer Stadt zu entwickeln.
Nach Mato Grosso wurde P. Giuseppe für drei Jahre nach São Paulo gesandt (1976-1979), um dort die Zeitschrift „Sem Fronteiras“ zu leiten.
In ständiger Bewegung war P. Giuseppe in vielen anderen Pfarreien und HG der Comboni Missionare tätig: in Ibaraçu (Espirito Santo); in João Pressoa (Paraiba), in Jaru (Rondonia), in Porto Velho (Rondonia), im Postulat in Curitiba (Paraná), im Centro Vocazionale von Carapina (Espirito Santo), in Lages (Santa Catarina) als Berufswerber, in Cacoal (Rondonia) von 2002-2004.
Wegen einem Tumor war er ein Jahr lang in ärztlicher Behandlung in Mailand (2004-2005). Dann wurde er im Juli 2005 der italienischen Provinz zugeteilt. Die Provinz lud ihn in die HG in Lecce ein für die MBB und später dann nach Messina (2007).
Im Jahre 2009 kehrte P. Giuseppe nach Brasilien zurück. Über seine Krankheit pflegte er mit folgenden Worten singend zu scherzen: „Ich habe Krebs und bin recht glücklich“. Er hat bis zu seinem Lebensende in der HG von Guriri (São Mateus) gelebt. Am 26. Mai 2010 ist er dann an einem Herzinfarkt verstorben.
Das Requiem wurde in der Pfarrei São Daniele Comboni in Guriri gefeiert Anwesend waren einige Bischöfe, die Comboni Missionare, die im Bundesstaat Espirito Santo arbeiten, viele Diözesan Priester und viele Gläubige aus Guriri. Begraben wurde er auf dem Friedhof von Nova Venécia (Espirito Santo).
Nach seinem Tode gingen von vielen Personen und Mitbrüdern Kondolenzschreiben mit Zeugnissen über sein Leben ein. Wir zitieren hier nur zwei. José Caporalini schreibt: „Ich habe P. Giuseppe vor 40 Jahren kennen gelernt. Er war immer ein freundlicher, umgänglicher Mitbruder, der aus einer tiefen Verbindung mit Christus und den armen Menschen lebte.“ P. Adir Loss schreibt: „P. Giuseppe seit 44 Jahren im Dienste der Kirche Brasiliens, war ein kritischer Erneuerer in der Pastoral, hat in denen, die ihn kannten, tiefe Spuren hinterlassen. Er war ein Freund der Armen und ein treuer Zeuge des Evangeliums“.
(P. Vincenzo Santangelosi)