P. Elia wurde am 25.02.1931 in Castegnato in der Provinz Brescia geboren. Nach dem Noviziat in Florenz, wo er am 9. September 1955 die ersten zeitlichen Gelübde ablegte, ging er in das Scholastikat von Venegono und wurde am 15. Juni 1957 zum Priester geweiht. Im folgenden Jahr wurde er in den Südsudan nach Kapoeta versetzt. Dort blieb er sechs Jahre als stellvertretender Pfarrer. 1964 kam er nach Uganda, wo er bis 1979 blieb. Nach einer zweijährigen Ruhepause in Thiene/Italien wegen seiner angeschlagenen Gesundheit kehrte er wieder nach Uganda zurück. 1994 wurde er erneut für neun Jahre in den Südsudan versetzt. Anschließend arbeitete er von 2004 bis 2015 in Kenia. Dann kehrte er endgültig nach Italien zurück und wurde der Hausgemeinschaft von Brescia zugeteilt.
Der Hausobere schrieb damals: „P. Elia möchte hier bleiben. Für mich ist das in Ordnung, denn er ist ein sehr anpassungsfähiger und geselliger Typ. Wenn er sich richtig erholt, kann er in der Seelsorge mithelfen und dadurch auch einen finanziellen Beitrag leisten. Ich erlebe ihn als sehr bereitwillig und hilfreich. Ich nehme ihn gerne auf.“ Es liest sich wie ein Glückwunschtelegramm, wenn ein vierundachtzigjähriger, „gesundheitlich angeschlagener“ Missionar aus Afrika zurückkehrt, um eine neue Lebensetappe zu beginnen, nämlich in Italien Missionar zu sein.
Im Dezember des gleichen Jahres, nämlich 2015, erhielt P. Elia einen Bullonipreis wegen seiner Großherzigkeit und seines Einsatzes für Afrika.
P. Elia hat seine Rückkehr aus der Mission, seine Altersschwächen und die Krankheit gelassen und mit positiver innerer Einstellung angenommen. Das ist eine schwierige Herausforderung. Manche werden verbittert und beschuldigen andere. Elia hat nicht so reagiert. Als er merkte, dass seine Kräfte langsam nachließen, war er bereit, nach Italien zurückzukehren und sich einer normalen HG der Provinz anzuschließen. Mit seinen vielen Wohltätern stand er in enger Verbindung und pflegte die Kontakte mit ihnen. Damit die Hilfe für die Mission weiterlaufen würde, vertraute er seine Wohltäter einem jüngeren Mitbruder an. Ein Zeichen großer innerer Freiheit.
Eines Tages traf ich ihn in seinem Zimmer an, wie er gerade voll Begeisterung einigen Mitbrüdern von seinen Erlebnissen während der Exerzitien, die er kürzlich in Limone gemacht hatte, erzählte. Er war wie ein munter aufsteigender Wasserstrahl und eine nie versiegende Fontäne. Man spürte, dass er von Erfahrungen erzählte, die ihn innerlich ergriffen hatten und die er nun voller Begeisterung mitteilte.
Als er merkte, dass seine Altersbeschwerden zunahmen und er intensivere Betreuung benötigte, hat er bereitwillig zugestimmt, im April 2019 nach Castel d’Azzano umzuziehen, um entsprechend gepflegt zu werden. Er hat sich gut eingelebt und, so gut er konnte, am Leben der Hausgemeinschaft teilgenommen.
Am Ende seines Lebens hat er sehr gelitten, hat aber nie geklagt. Mit seiner Ergebenheit hat er sogar das Personal angesteckt, das ihn betreute. Viele Verwandte und Freunde haben ihn in den letzten Monaten besucht.
Allen ist bekannt, dass P. Elia während seines langen und arbeitsreichen Missionseinsatzes sehr viele Spenden erhalten hat. Er aber ist arm gestorben, indem er anderen die Güter dieser Welt hinterlassen hat. Er hat auch in Italien trotz seines hohen Alters und seiner nachlassenden Gesundheit als Missionar gelebt, indem er um Gebete und Spenden für sein letztes Projekt bat, für die „Girls High School Nakwakemi, eine Mädchenoberschule.
„Nach den zwanzig Kindergärten, die wir in diesen Jahren in der Savanne errichtet haben“, erklärte er, „besuchen nun bis zu siebenhundert Kinder die Grundschule, die ersten acht Schuljahre, die unseren Volks- und Mittelschulen entsprechen. Die Schulen und die einheimischen Lehrer stehen unter der direkten Verantwortung der Missionare. Diese kümmern sich auch um die Unterkunft der Schüler und um deren Kleidung und Nahrung. Der nächste Schritt ist der Bau einer Oberschule für 90 Mädchen.“ Mit den gesammelten Spenden konnte die Girls High School Nakwakemi fertig gestellt werden und hat bereits ihren vollen Betrieb aufgenommen“.
(P. Renzo Piazza, mccj).