In Pace Christi

Pendin Giocondo

Pendin Giocondo
Geburtsdatum : 09/08/1939
Geburtsort : Novoledo di Villaverla/Italia
Zeitliche Gelübde : 09/09/1957
Ewige Gelübde : 09/09/1963
Datum der Priesterweihe : 14/07/1968
Todesdatum : 09/03/2021
Todesort : Matola/Moçambique

„P. Giocondo war ein Mann des Wortes - schreibt Pater Jeremias dos Santos Martins - und machte das Wort zum Mittelpunkt seines Lebens. Er hat sich mit Leib und Seele der Mission in Mosambik gewidmet, wo er nach fast 50 Jahren Einsatz gestorben ist. Er hat mit dem Volk den Bürgerkrieg miterlebt und mit ihm den Frieden genossen.“

P. Giocondo wurde am 8. August 1939 in Novoledo di Villaverla, Diözese Vicenza, geboren und zwei Tage später getauft. Er stammte aus einer Familie von acht Geschwistern. Flavia wurde Ordensschwester, Celina Comboni-Missionsschwester, Giocondo und die Zwillingsbrüder Rinaldo und Sergio schlossen sich den Comboni-Missionaren an. Sergio starb 2013 in Mexiko.

Im Oktober 1950 kam Giocondo ins Knabenseminar von Padua, wo er die Mittelschule besuchte. Von 1953–1955 absolvierte er in Brescia einen Teil der Oberschule und begann anschließend in Florenz das Noviziat. Am 7. Dezember 1956 reiste er nach Portugal, um dort das Noviziat fortzusetzen. Am 9. September 1957 legte er dort seine ersten Gelübde ab. 1958 kehrte er nach Verona zurück, um die Oberschule abzuschließen. 1959 wurde er nach Rom zum Studium der Theologie geschickt. Wegen einer Lungenerkrankung musste er Rom verlassen und sich nach Arco/Trient begeben, wo er fünf Jahre lang behandelt wurde. Dort weihte er sich am 9. September 1963 mit den ewigen Gelübden Gott und der Mission. Sein Gesundheitszustand verbesserte sich so weit, dass er 1965 in Verona das Theologiestudium wiederaufnehmen konnte. 1966 musste er jedoch wieder nach Arco zurückkehren, um die Behandlung fortzusetzen. 1968 konnte er das Theologiestudium in Venegono abschließen und am 14. Juli desselben Jahres in seiner Heimatpfarrei Novoledo zum Priester geweiht werden.

Von 1969 bis 1971 war er im Knabenseminar von Rebbio tätig. 1972 kehrte er nach Portugal zurück, um nach Erhalt des Einreisevisums nach Mosambik auszureisen.

Nach seiner Ankunft im Mai des gleichen Jahres begann er in der Diözese Nampula seine Missionsarbeit als Katechet und Seelsorger in den Missionspfarreien Mueria, Cabaceira, Namahaca, Lurio und Carapira.

Pater Giocondo wäre beinahe „als Märtyrer gestorben“, schreibt seine Schwester Flavia. „1983 wurde er schwer verwundet. Eines Abends, nach der Feier der heiligen Messe, betraten einige Räuber die Kapelle; einer schoss auf Pater Giocondo und verletzte ihn am Hals. Er fiel zu Boden und blutete stark. Der Räuber ging dann ins Haus, nahm mit, was er konnte, und kehrte noch einmal in die Kapelle zurück. In der Meinung, P. Giocondo sei bereits tot, nahm er dessen Uhr und Sandalen mit, verspottete ihn und machte sich aus dem Staub.“

Br. Silvano Bergamini leistete seinem Mitbruder erste Hilfe. P. Giocondo war fast einen Monat lang gelähmt. Allmählich kehrten die körperlichen Funktionen zurück, so dass er seine Missionstätigkeiten wiederaufnehmen konnte. Die Kugel hatte glücklicherweise das Rückenmark nicht verletzt.

Nach einem Jahr Aufenthalt in Italien kehrte er nach Mosambik zurück. 1988 wurde er in die Diözese Beira versetzt und arbeitete in den Pfarreien Buzi und Alto de Manga. Er wurde auch mit der Übersetzung der Bibel in die Landessprache Cindau betraut. Diese Arbeit beschäftigte ihn mehr als fünf Jahre lang. Er sprach nicht nur sehr gut Portugiesisch, sondern beherrschte auch die beiden Landessprachen Cindau und Makua.

Von 1999 bis 2002 leitete Pater Giocondo in Beira das Zentrum für Missionarische Bewusstseinsbildung. 2008 besuchte er den Erneuerungskurs in Rom und kehrte im folgenden Jahr wieder nach Mosambik zurück.

„Die letzten Jahre verbrachte er im Postulat - schreibt P. Jeremias - als geistlicher Begleiter der Postulanten. Mit seiner einfachen Lebensweise, seinem apostolischen Eifer, seinem Gebetsgeist und seinem demütigen Dienst war er für die neuen Generationen von Comboni-Missionaren ein Vorbild.

Trotz seiner nachlassenden Gesundheit wollte er bis zum Ende in Mosambik bleiben. Die Missionare und die Bewohner von Nampula im Norden des Landes, wo er seine ersten Missionserfahrungen gemacht hatte, und auch die von Beira im Zentrum des Landes werden sich immer an ihn als einem „waschechten“ Missionar erinnern. Er besaß einen kreativen und scharfsinnigen Verstand. Sein Sinn für Humor verlieh auch seinen Eigenheiten und seinem eher ungepflegten äußeren Erscheinungsbild eine sympathische Note. Dank seiner Kreativität und seines Einfallsreichtums wusste er, wie mit schwierigen Situationen umzugehen ist. Sollte der heilige Petrus am Tag seiner Ankunft im Himmel bei schlechter Laune gewesen sein, würde Pater Giocondo sicher einen Weg gefunden haben, sich ganz unbemerkt in den Himmel hineinzustehlen!

P. Giocondo starb am 9. März 2021 in Matola an Covid-19. Am Donnerstag, den 11. März, fand die Beerdigung auf dem Friedhof von Michafuten statt. Zur Erinnerung an Pater Giocondo wurde am Dienstag, den 19. März, in der Kirche von Novoledo eine Messe für den verstorbenen Missionar gefeiert.