In Pace Christi

Martins Manuel dos Anjos

Martins Manuel dos Anjos
Geburtsdatum : 01/11/1942
Geburtsort : Gonçalbocas/Portugal
Zeitliche Gelübde : 09/09/1961
Ewige Gelübde : 09/09/1967
Datum der Priesterweihe : 13/07/1968
Todesdatum : 27/11/2022
Todesort : Tete/Moçambique

Am 27. November erhielten wir die Nachricht vom Tod unseres Mitbruders P. Manuel dos Anjos Martins. Er verschied in unserem Haus in Tete, Mosambik. Die Nachricht kam nicht ganz unerwartet, denn wir wussten, dass er schwer krank war und nach einem Krankenhausaufenthalt mit einer ungünstigen Diagnose nach Hause geschickt wurde: ein nicht mehr operierbarer Tumor.

P. Manuel dos Anjos wurde am 1. November 1942 in Gonçalo Bocas geboren. Er war gerade achtzig Jahre alt geworden. Über seine Kindheit wissen wir wenig. Er lernte die Comboni-Missionare durch deren Besuche in Pfarreien und Schulen kennen, die in unserem Seminar von Viseu in der MBB und der Berufungspastoral tätig waren.

Wir trafen uns zum ersten Mal während des Probemonats im Seminar von Viseu im Jahr 1954. Wir gehörten dann zehn Jahre lang zur gleichen Studentengruppe: fünf Jahre im Priesterseminar von Viseu, zwei im Noviziat von Famalicão und drei in Maia beim Philosophiestudium. Gemeinsam zogen wir zum Theologiestudium nach Italien, er nach Venegono und ich nach Rom. Am 13. Juli 1968 trafen wir uns erneut in Viseu zur Priesterweihe, mit fünf weiteren Weihekandidaten.

Aus seiner Zeit im Seminar erinnere ich mich an seine heitere und spielerische Art und seine besondere Vorliebe für Sprachen, die einen Großteil seiner pastoralen und missionarischen Tätigkeit ausmachen sollte.

Wir wurden sofort für Mosambik bestimmt. Am 13. Oktober 1968 flogen wir gemeinsam mit einem TAP-Flugzeug nach Beira, wo wir von P. Mário Amaral und Br. Silvério dos Santos, dem Leiter vom Lehrerseminar in Inhamízua, empfangen wurden. Nach ein paar Tagen kam ich nach Nampula, er nach Tete.

Er hat in den Missionen von Boroma und Marara, in der Gemeinde Matundo und zuletzt in Chitima gearbeitet.

Er verbrachte fast 40 Jahre in Mosambik, in drei Perioden: die erste, kürzere, in Tete (1968-1973) und zwei längere (1981-1992) und (1998-2022) in Beira und Tete. Er diente auch seiner Heimatprovinz Portugal (1974-1981) und (1992-1998), und war in Aradas, Coimbra und Santarém in der MBB tätig.

Für den neu angekommenen Missionar besteht die erste große Aufgabe darin, die Sprache und die Kultur des Volkes zu lernen, unter denen er arbeiten soll. P. Manuel dos Anjos erkannte bald, dass der theoretische Unterricht nicht ausreichte und er zudem einige unentbehrliche Hilfsmittel brauchte: eine Grammatik und ein Wörterbuch. Und hier beginnt die Geschichte des wertvollen Erbes, das er uns hinterlassen hat.

Er rüstete sich mit einem Tonbandgerät und einem Notizblock aus und verbrachte viele Stunden damit, mit Menschen zu sprechen, Geräusche mit Gegenständen zu verbinden und alles aufzuzeichnen. Zuhause versuchte er dann, den Geräuschen, die einen Gegenstand, ein Konzept oder eine Idee bezeichneten, eine minimal verständliche grafische Form zu geben. Auf diese Weise skizzierte er die ersten Grundzüge der Phonetik, Morphologie und Satzlehre der Chinhungwe-Sprache, die er später verfeinerte und vervollständigte, bis er die erste vollständige Grammatik veröffentlichen konnte, die auch ein kleines Wörterbuch mit den gebräuchlichsten Wörtern enthält.

Im Gespräch mit den Leuten, vor allem mit den älteren, sammelte P. Manuel auch eine Vielzahl von Sprichwörtern und Volksmärchen, die für das Verständnis der Ortskultur sehr nützlich sind. Das vollständige Wörterbuch wurde während seines zweiten Aufenthalts in Tete veröffentlicht.

Mit dem Abschluss dieser Arbeiten öffnete sich das Tor für die Vorbereitung eines Katechismus und die Übersetzung wesentlicher liturgischer Texte in die Landessprache. Diese Bemühungen fanden nicht die gebührende Unterstützung durch die örtlichen Verantwortlichen. Die Unterstützung und Mittel, die verschiedene Stellen zu diesem Zweck bereitgestellt hatten, gingen verloren. Die Übersetzung der Bibel in die Chinhungwe-Sprache ist inzwischen in vollem Gange, und P. Manuel hat sich sehr für diese Arbeit eingesetzt. Sein Tod hinterlässt ein Vermächtnis, von dem wir hoffen, dass es jemand weiterführen kann.

Während seines Aufenthalts in der Diözese Beira studierte er die Chindao-Sprache, zu der er eine Grammatik und ein Wörterbuch veröffentlichte. Zugleich arbeitete er an der vollständigen Übersetzung der Bibel in diese Sprache mit.

Als Missionar hat er in engem Kontakte mit der Bevölkerung während der letzten Jahre des Kolonialkriegs gelebt, der in der Region Tete besonders intensiv war, und während des Bürgerkriegs. Er saß sechs Monate im Gefängnis von Tete. Seine ständigen Begleiter waren die Heilige Schrift und der tägliche Besuch der Mitbrüder, die ihm das Essen brachten. Diese Erfahrung hatte ihn sehr geprägt. Er sprach nur ungern darüber. Am meisten schmerzte es ihn, dass der Diözesanbischof ihn nie besucht hatte.

Die letzte Periode in Portugal war ziemlich lang, sowohl wegen Covid als auch wegen seiner prekären Gesundheit. Aber er machte sich keine großen Sorgen und war immer gut gelaunt. Mit der gleichen Bescheidenheit und Einfachheit, mit der er lebte, äußerte er den Wunsch, in der Mission von Chitima beigesetzt zu werden, wo er die letzten Jahre seines Missionslebens verbracht hatte.

Pater Manuel Horta, mccj