In Pace Christi

Sandri Giuseppe

Sandri Giuseppe
Geburtsdatum : 26/08/1946
Geburtsort : Faedo/I
Zeitliche Gelübde : 15/08/1968
Ewige Gelübde : 15/08/1971
Datum der Priesterweihe : 27/05/1972
Datum der Bischofsweihe : 31/10/2010
Todesdatum : 30/05/2019
Todesort : Pretoria/RSA

Giuseppe wurde in Faedo, Diözese Trient, Italien, am 26. August 1946 geboren. Das Noviziat machte er in Monroe/USA, wo er auch am 15. August 1968 die ersten Gelübde ablegte. In Cincinnati studierte er Theologie und weihte sich am 15. August 1971 mit den ewigen Gelübde Gott und der Mission. Am 27. Mai 1972 wurde er ebenfalls in Cincinnati zum Priester geweiht. Das Studium der Theologie schloss er mit einem Master an der Xavier University/USA ab. Dann reiste er in die Mission von Südafrika aus.

Nach einigen Monaten Aufenthalt auf der Mission Acornhoek (Diözese Witbank), um die Tsonga-Sprache zu erlernen, wurde er zum Pfarrer von Waterval-Bushbuckridge ernannt (1973-1978). Anschließend wirkte er in den Pfarreien Luckau und Acornhoek (1978-1980) bis ihm die Leitung des Pastoralzentrums von Maria Trost, Lydenburg, anvertraut wurde (1981-1986). Von 1986 bis 1991 war er Pfarrer von Acornhoek.

„Ich habe P. Sandri 1987 kennengelernt - schreibt Br. Artur Pinto, der die letzten Jahren mit dem Bischof in Witbank verbracht hatte, in seinem langen Nachruf - als er mich in Acornhoek willkommen geheißen hatte. Sein Einfluss auf mich war entscheidend für meinen Missionsberuf.“

P. Sandri diente von 1993 bis 1999 der südafrikanischen Provinz als Provinzial. Anschließend wurde er zum Generalsekretär der Kongregation in Rom ernannt (1999-2007). Dann kehrte er wieder nach Südafrika zurück und wurde 2008 erneut zum Provinzial gewählt. Am 6. November 2009 wurde er zum Bischof von Witbank ernannt. Die Bischofsweihe fand am 31. Januar 2010 im Pastoralzentrum von Maria Trost/ Lydenburg statt.

Bischof Sandri bemühte sich, das Land und dessen Sitten und Gebräuche gut kennenzulernen. Neben Englisch war er auch mit den Sprachen Nord-Sotho, Tsonga und Zulu vertraut. Seit 1973 arbeitete er an der Übersetzung und Veröffentlichung von liturgischen Texten, Gesangbüchern und der Bibel in der Tsonga-Shangaan Sprache mit. 1996 wurde die Bibel unter seiner Anleitung von der Katholischen Bischofskonferenz von Südafrika herausgegeben.

Seit seiner Ankunft in Südafrika beschäftigte er sich regelmäßig auf lokaler und nationaler Ebene mit Fragen der Gerechtigkeit und des Friedens zusammen mit der entsprechenden Kommission der Bischofskonferenz und dem südafrikanischen Kirchenrat. Er war Mitglied des Instituts für Kontexttheologie in Johannesburg und der Südafrikanischen Religionsakademie.

Der Provinzial von Südafrika, P. Jude Burgers, schreibt: „Seine solide pastorale Identität zeigte sich besonders in den Bereichen der Katechese, der Erwachsenenbildung und der Berufungspastoral. Er arbeitete unablässig für eine eigenständige Kirche. Seine Teamfähigkeit, seine Fähigkeit zuzuhören, seine Freundlichkeit, sein offenes Wesen und sein christlicher Glaube machten ihn für alle zugänglich und zum guten Missionar, der er war.

Er war ein bescheidener Mann. Er liebte die Kirche und erfüllte mit großer Sorgfalt seinen Dienst am Evangelium im Einklang mit den Wünschen und Anweisungen der Kirche.

Er verstand es, authentische und dauerhafte Beziehungen zu allen Menschen, zu Jung und Alt, anzuknüpfen. Seine Diözesanpriester und die Comboni-Mitbrüder hatten einen besonderen Platz in seinem Herzen. Er war von Natur aus ein Mitarbeiter. Er ging auf die Menschen zu, interessierte sich für deren Bedürfnisse und deren Freuden und Leiden“.

Br. Artur Pinto fährt fort: „Da die Diözese sehr groß ist, musste Bischof Sandri aus pastoralen Gründen pro Jahr mehr als 40.000 Kilometer zurücklegen. Als Bischof war er sehr präsent, hatte sich ganz seiner Aufgabe verschrieben, vergaß sich dabei oft selbst und kümmerte sich zu wenig um seine eigene Gesundheit... bei seinen Besuchen begnügte er sich mit dem, was ihm die Leute anboten. Vielleicht war dies der Ursprung seines Magengeschwürs, das am 27. März seinen Tod einleitete. Am Morgen, an dem ich ihn in Begleitung seines Hausarztes ins Krankenhaus brachte, sagte er mir nur ‚Pinto, ruf mir sofort den Arzt, ich habe unerträgliche Schmerzen‘ und krümmte sich vor dem Eingang zur Kapelle, in der wir uns jeden Morgen auf die Feier der Eucharistie vorbereiteten. Noch am selben Tag wurde er operiert. Zweimal täglich besuchte ich ihn auf der Intensivstation des Privatkrankenhauses Cosmos von Witbank. Am 7. April überführten wir ihn in das beste private Krankenhaus Südafrikas in der Nähe von Pretoria, wo er von Nierenspezialisten und seinem ärztlichen Freund, der uns auf dem Laufenden hielt, bestens betreut wurde.

m 11. April wurde er erneut operiert, aber die Infektion breitete sich immer mehr aus und konnte nicht mehr kontrolliert werden. Am 30. Mai um 4.30 Uhr klingelte das Telefon und der Arzt teilte uns die traurige Nachricht mit: ‚Unser Bischof hat uns gerade verlassen‘“.

„Wenn wir mit ein paar Worten das Leben von Bischof Giuseppe Sandri zusammenfassen möchten – schreibt der Generalrat in seinem Beileidsschreiben - könnten wir sagen, dass ihn drei Merkmale auszeichneten: sein frohes Wesen, sein bedingungsloser Einsatz für das Gottesvolk und sein tiefes Zugehörigkeitsgefühl zur Comboni-Familie.

Bischof Sandri war ein froher Mensch und drückte diese Freude mit seiner guten Laune, seinem Lachen und seinem guten Humor aus. Diese Freude hatte seine Wurzeln in Gott, in der Gewissheit seiner Berufung und im tiefen Gefühl der treuen Gegenwart Gottes.

Sein bischöflicher Wahlspruch „Ich komme, um zu dienen“, fasst seine Hingabe und seinen Weg der Identifikation mit Christus, dem Guten Hirten, zusammen. Wir dürfen sagen, dass seine Großherzigkeit und seine bedingungslose Hingabe an das Reich Gottes ihn zum frühzeitigen Tod geführt haben.

Sein Zugehörigkeitsgefühl zur Kongregation hat sich in der Liebe zur Comboni-Familie gezeigt, der er auf verschiedenen Ebenen gedient hatte. Er hat das Charisma des heiligen Daniel Comboni vor allem durch seine Liebe und seinen Einsatz für die Menschen in Afrika verkörpert. Combonis Worte an das afrikanische Volk von Khartum ‚Der glücklichste Tag wird der sein, an dem ich mein Leben für euch hingeben werde‘, kann ebenfalls auf das Leben von Bischof Sandri angewandt werden. Zu den Leuten der Diözese Trient pflegte er zu sagen: „Ich liebe mein Trentino, aber jetzt gehört mein Herz Südafrika.“