In Pace Christi

Redaelli Giuseppe

Redaelli Giuseppe
Geburtsdatum : 10/03/1948
Geburtsort : Casatenovo (Italia)
Zeitliche Gelübde : 06/06/1981
Ewige Gelübde : 28/05/1987
Todesdatum : 27/04/2024
Todesort : Wau (Sud Sudan)

Giuseppe, von allen „Peppo“ genannt, wurde am 10. März 1948 in Casatenovo, Provinz Como, geboren. Er besuchte die Grundschule des Dorfes und anschließend die Berufsschule, die er im September 1962 mit einem Diplom abschloss.

Im folgenden Jahr zog die Familie nach Mailand in die neue Schutzengel-Pfarrei. Obwohl erst 14 Jahre alt, verbrachte Peppo seine gesamte Freizeit im neuen Oratorium: mehr als 15 Jahre lang war er „Assistente d’Oratorio“ und verrichtete nebenbei auch den Mesnerdienst. Für die Pfarrjugend organisierte er monatliche Treffen, um die Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils zu studieren. Er nahm an den von der Diözese angebotenen Kursen zur Vorbereitung der Sonntagsliturgie teil und wurde so zu einem wahren „Experten“ auf diesem Gebiet. Er war immer der Erste, wenn es galt, notwendige handwerkliche Arbeiten zu übernehmen. Bald wurde er scherzhaft „Motore perpetuo“ genannt.

Alle Jugendlichen (und auch deren Eltern) sahen in ihm eine ‚Bezugsperson‘, denn im Oratorium kümmerte er sich um alle bei den Spielen, den Gebetstreffen und den Sommerlagern.

1973 wurde auf Peppos Initiative in der Pfarrei eine Missionsgruppe ins Leben gerufen, mit der Verpflichtung, eine echte Partnerschaft einzugehen - die mehrere Jahre dauerte – und zwar mit Pater Bruno Maccani, einem Comboni-Missionar in Äthiopien, in der Mission Fullasa, unter den Sidamo. Seitdem Giuseppe Pater Bruno kennengelernt hatte, wollte er auch Comboni-Missionar werden. Im Jahr 1977 nahm er in Venegono an einem Gim-Treffen teil. Er war begeistert davon. Von da an ließ er kein einziges Treffen aus. Im Juni 1979 begann er in Venegono das Noviziat.

Die Bewertung am Ende dieser zweiten Ausbildungsphase fiel schmeichelhaft aus: „Er ist ein reifer Mann. Er ist einfühlsam gegenüber den Mitmenschen. Sein Charakter ist transparent. Er kommt seinen Verpflichtungen mit großem Verantwortungsbewusstsein nach... Seinen Glauben lebt er bewusst und froh... Er verfolgt mit Interesse alles, was die Mission und besonders die ‚spezifische Mission des Missionsbruders‘ betrifft und dessen Arbeitsweise. Sein praktischer Sinn, seine erstaunliche Lernfähigkeit und seine bisherigen Erfahrungen ermöglichen es ihm, seine Arbeit vielseitig zu gestalten“.

Am 6. Juni 1981 legte er seine ersten Gelübde ab. Im Juli war er bereits in Elstree (England), um Englisch zu lernen. Im Juni 1982 schloss er an der Universität Cambridge den Sprachkurs mit einem Diplom ab. In der Zwischenzeit setzte er seine Kurse in Schreinerei und Mechanik an einer technischen Hochschule fort. Nun war bereit für das Brüderzentrum.

Im August 1982 kam er im Internationalen Brüderzentrum an, das gerade erst in Gilgil (Kenia) eröffnet worden war. Mit Eifer begann er das Studium der Kisuaheli-Sprache, um sich nicht auf die Fachkurse beschränken zu müssen, die im Village Polytechnic nur in englischer Sprache angeboten wurden. Er wollte auch in die Dörfer hinausgehen, Menschen treffen, am Leben der christlichen Gemeinden teilnehmen und die Sprache der Leute sprechen, die alle verstehen.

Als künftiges Missionsgebiet hatte er den Südsudan gewählt. Mit Datum vom 1. Januar 1984 wurde er dorthin versetzt. Die ewigen Gelübde legte er am 26. Mai 1987, dem Herz-Jesu-Fest, in der Gemeinschaft von Juba ab.

Im Juli 1988 wurde Bruder Peppo der Gemeinschaft von Wau zugewiesen, als Verwalter der Gemeinschaft und der verschiedenen Gesundheits- und Bildungseinrichtungen der großen Pfarrei. In kurzer Zeit und mit bewundernswertem Eifer arbeitete er sich in die verschiedenen Aufgaben der Provinz und der Diözese ein: Leiter des Entwicklungsbüros, Mitarbeiter in der Diözesanverwaltung und Verantwortlicher für die Werkstätten der verschiedenen Missionen. Am 1. Januar 1990 wurde er zum Provinzrat gewählt und 1993 wiedergewählt.

Im September 1991 nahm er in Rom am Generalkapitel teil und vertrat die Brüder seiner Großregion. Manche Bemerkungen, die ihm zu Ohren kamen, beunruhigten ihn: Es war die Rede von seiner Versetzung in seine Heimatprovinz. Und wirklich, Im März 1992 schickte ihm Pater David Glenday, der neue Generalobere, ein offizielles Schreiben, in dem er ihn ab dem 1. Juli 1992 in die italienische Provinz versetzte.

Im Juli 1992 war Bruder Giuseppe bereits in Verona, bereit, die Nachfolge von Bruder Bruno Guardini anzutreten. Er lebte sich schnell in seine neue Aufgabe ein. Er hatte seine eigene Art, die Dinge zu erledigen, aber in der Missionsprokura war kein Spendenrückgang zu erkennen, im Gegenteil... Die Mitbrüder des Mutterhauses nahmen ihn mit offenen Armen auf, und es dauerte nicht lange, bis sie die Qualitäten des Neuankömmlings entdecken.

An den Wochenenden fuhr Bruder Giuseppe oft nach Mailand, um seine Schwestern zu besuchen und einige Zeit in der Pfarrei zu verbringen. Er erzählte von der Mission und berichtete über die Situation im Südsudan. Er traf die Missionsgruppe, der er immer wieder neue kleine Projekte zur Unterstützung vorlegte. Für ihren geliebten „ewigen Motor“ waren alle Gemeindemitglieder bereit, sich einzusetzen. Am Montag schickte er dann an die Mitbrüder in Wau eine Nachricht: „Projekt angenommen und genehmigt. Es kann losgehen. Gelder gesichert“.

Im Januar 1996 wurde Bruder Giuseppe zum Provinzrat gewählt. Im Oktober 1999 war er wieder frei und konnte auch das Amt des Missionsprokurators abgeben. Er begab sich nach Germiston (Südafrika), um am Comboni-Jahr der Weiterbildung teilzunehmen. In Germiston erhielt er im März 2000 ein Schreiben des Generaloberen, Pater Manuel Augusto Ferreira, der ihn ab 1. Juli desselben Jahres in die Provinz Khartum versetzte.

Von Germiston aus begab er sich direkt in die sudanesische Hauptstadt. Am Comboni College studierte er die arabische Sprache. Er lernte gerade so viel, um sich verständigen zu können (er würde weiter studieren, bis er die Sprache ganz gut beherrschte). Sein Ruf als guter Verwalter eilte ihm ebenfalls nach Khartum voraus. Bereits im April 2001 wollte ihn der Bischof als Mitglied der diözesanen Finanzkontrollkommission haben. Im Juli 2001 ernannte ihn der Provinzrat zum Provinzverwalter und Provinzprokurator, so dass er ins Provinzhaus umziehen musste. Im März 2003 ernannte ihn der Generalobere zum Mitglied des Verwaltungsrates für das anglophone Afrika und Mosambik.

Acht Jahre lang hatte Bruder Giuseppe die schwierige Aufgabe, die Beziehungen zwischen den verschiedenen in dem riesigen Gebiet tätigen Comboni-Gemeinschaften aufrechtzuerhalten, ihre Projekte zu begleiten und sich um die Beziehungen mit den örtlichen Behörden und den verschiedenen humanitären Organisationen, nicht nur religiösen, zu kümmern.

Im November 2008 versetzte ihn der Provinzrat von Khartum in die Pfarrei Wau als Hausverwalter. Doch Bischof Rudolf Deng Majak bat ihn sofort, die Stelle des Diözesanverwalters anzunehmen. Auf Bitten des Bischofs verlängerte der Provinzrat im Dezember 2010 den Dienst von Bruder Giuseppe in der Diözese um weitere zwei Jahre. Am 1. Juli 2011 wurde er erneut zum Verwalter der Diözese Wau ernannt, und zwar bis zum 31. Dezember 2013.

Am 1. Januar 2014 wurde Giuseppe als Provinzverwalter und Provinzprokurator nach Juba, der Hauptstadt des neuen Staates, berufen, ein Amt, das er bis Ende 2020 in hervorragender Weise ausgeübt hatte. Im Juni 2022 wurde er erneut zum Mitglied des Verwaltungsrates für das anglophone Afrika und Mosambik ernannt. Im Juli ernannte ihn der Erzbischof von Juba zum Mitglied des Verwaltungsrates der Diözese.

Im Januar 2024 fühlte sich Bruder Giuseppe nicht wohl. Der Bischof und die Mitbrüder baten ihn, sein Arbeitstempo zu drosseln. Er versprach es zu tun, hielt sich aber nicht daran. Am 23. April brachte ihn der Hausobere Pater Gilingere Limingere Lwanga ins Krankenhaus. Er hatte hohes Fieber. Er wurde auf Malaria getestet: positiv. Man gab ihm Malariamittel, aber das Fieber ließ nicht nach. Zwei Tage später wurde er bewusstlos. Er verschied am Morgen des 24. Januars gegen 5.20 Uhr.

Die Beerdigung fand am 27. April in der Kathedrale von Wau unter dem Vorsitz von Mons. Matthew Remijio Adam Gbitiku statt. Nach dem Gottesdienst rief das Diözesanradio die Bevölkerung auf, sich auf dem Friedhof im Stadtteil Lokoloko zu versammeln, wo der Leichnam neben den Gräbern vieler in der Diözese Wau verstorbener Comboni-Missionaren beigesetzt wurde.

Am 26. Mai wurde in der Schutzengel Pfarrei in Mailand la messa del Trigesimo gefeiert, der der Provinzobere von Italien, Pater Fabio Baldan, vorstand.

Pater Franco Moretti, mccj